Kurzfassung: Zu einem festlichen Gottesdienst am 1. November 2009 um 10.00 Uhr betritt die evangelische Gemeinde ihre Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel erstmals nach über zehn Jahren wieder durch das Hauptportal. Zuvor wird die Pforte um 9.45 Uhr feierlich geöffnet. Am Nachmittag singt der Braunschweiger Spiritualchor unter der Leitung von Karl-Heinz Mühlhausen geistliche Gesänge zum Abschluss des Festtages. Die Maßnahmen an der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel, wurden auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt, die seit 2001 insgesamt rund 670.000 Euro zur Verfügung stellte. Sie ist damit eines von über 200 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein in Niedersachsen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in diesem Jahr unter anderem Burg Dinklage, das Haseschachtgebäude in Osnabrück und die Villa von Strauss und Torney in Bückeburg.
Langfassung: Zu einem festlichen Gottesdienst am Sonntag, den 1. November 2009 um 10.00 Uhr betritt die evangelische Gemeinde ihre Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel erstmals wieder nach über zehnjährigen Bauarbeiten an der Westfassade durch das Hauptportal. Die wiederhergestellte Pforte wird um 9.45 Uhr mit Bläserfanfare und Gebet geöffnet. Im Anschluss an den Gottesdienst werden bei lockerem Beisammensein die Gruß- und Dankworte vorgetragen, bevor der Festtag am Nachmittag mit geistlichen Gesängen des Braunschweiger Spiritualchors unter der Leitung von Karl-Heinz Mühlhausen ausklingt.
Die evangelische Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel ersetzte nach 1553 eine bereits 1301 erwähnte Marienkapelle. Nach 1604 verfolgte man Vorbereitungen zum Neubau einer Gemeinde- und repräsentativen Hofkirche als Denkmal des Fürstenhauses. Baubeginn war 1608 unter dem ersten und maßgebenden Baumeister Paul Francke. Unter seiner Bauaufsicht wurden die gewölbten Ostteile, die Nordwand und Teile der Westwand sowie die südliche Außenmauer der dreischiffig angelegten fünfjochigen Hallenkirche mit eingestelltem Westturm vollendet. Die Kirche selber ist in Sandsteinquadern errichtet, der Muschelkalkstein, aus dem die überaus reiche Bauzier gearbeitet wurde, stammt aus dem nahen Elm. Das Chorjoch ist durch ausgebildete Seitenräume wie ein mächtiges Querhaus gestaltet. Unter Franckes Nachfolgern Johann Meier und Johann Langenlüddeke entstanden bis 1616 die Westfront mit ihrem Turm sowie die Langhausstützen und bis 1620 die Gewölbe. Die Innenraumausstattung war 1626 im Wesentlichen abgeschlossen, die Arbeiten endeten aber wohl erst nach dem Dreißigjährigen Krieg 1660. Der von kräftigen Strebepfeilern gegliederte Außenbau mit hohen, spitzbogigen Maßwerkfenstern und Giebelreihen an den Längsseiten verbindet die Erinnerung an Braunschweiger Pfarrkirchen mit vorzüglicher manieristischer Detailbehandlung. Das Maßwerk der dreibahnigen Fenster ist in kräftigen vegetabilen Formen gestaltet. Die Zwerchgiebel, mit Säulen gegliedert und reich ornamentiert, gehen in der üppigen Anwendung des Knorpelwerkes über den Entwurf Franckes hinaus.
Das im Barock auf Wunsch des Landesherrn vor die Fassade gestellte Hauptportal besaß keine Verankerung mit dem Mauerwerk. Man hinterfüllte es in den 1970er Jahren mit zementhaltigem Mörtel, was zu erheblichen Schäden führte. Das Portal musste abgebaut und das tragende Natursteinmauerwerk bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern hinein ausgekoffert werden, um den Zementmörtel wieder zu entfernen.
Die Maßnahmen an der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel wurden auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt, die seit 2001 - nicht zuletzt dank der von ihr treuhänderisch verwalteten "Günter und Ilse Brink-Stiftung" - insgesamt rund 670.000 Euro zur Verfügung stellen konnte. Sie ist damit eines von über 200 Projekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung allein in Niedersachsen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in diesem Jahr unter anderem Burg Dinklage, das Haseschachtgebäude in Osnabrück und die Villa von Strauss und Torney in Bückeburg.
Bonn, den 28. Oktober 2009/Schi