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Häuptlingshaus in Bunderhee wird wieder nutzbar  

Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringt Fördervertrag in Aurich  

Kurzfassung: Einen Fördervertrag über 40.000 Euro für das Häuptlingshaus in Bunderhee überbringt am 19. November 2009 um 15.00 Uhr Dörte Lossin, Ortskuratorin Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), im Gebäude der „Ostfriesischen Landschaft“ in Aurich an Reemt Viétor. Das wegen Einsturzgefahr derzeit leer stehende Häuptlingshaus in Bunderhee, einer der wenigen erhaltenen Steinbauten aus der Zeit um 1400, ist damit eines von über 200 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein in Niedersachsen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören unter anderem das Lessingtheater in Wolfenbüttel, die Stadtkirche St. Lamberti in Oldenburg und das Kavalierhaus in Gifhorn.  

 

Langfassung: Einen Fördervertrag über 40.000 Euro für das Häuptlingshaus in Bunderhee im Landkreis Leer überbringt am Donnerstag, den 19. November 2009 um 15.00 Uhr Dörte Lossin, Ortskuratorin Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), im Gebäude der „Ostfriesischen Landschaft“ in Aurich an Reemt Viétor von der „Ostfriesischen Landschaft“, einem Höheren Kommunalverband in Niedersachsen mit Sitz in Aurich. Neben der DSD beteiligen sich auch der Bund und die Europäische Union mit ihrem Programm ZILE an der Grundsanierung des historisch markanten Steinhauses.

 

Das Steinhaus Bunderhee ist eine der ältesten erhaltenen Burgen Ostfrieslands. Die dreigeschossige mittelalterliche Turmburg aus dem 14. Jahrhundert ist in der Grundsubstanz unverändert erhalten. Es liegt am äußersten nördlichen Rand eines Geestrückens, der sich über den Ort Bunde erstreckt, und gehörte ursprünglich auch politisch zu diesem Ort. Die dreigeschossige Anlage von gut 15 Meter Höhe wurde zunächst nur als Schutz- und Speicherbau genutzt. Da nach der noch im 14. Jahrhundert geltenden friesischen Rechtsgrundlage, dem Brokmerbrief, der Bau hoher Steinhäuser verboten war, müssen hier besondere Privilegien der lokalen Häuptlinge geherrscht haben.

 

Das ebenerdige Portal an der Südseite mit leicht zugespitztem Rundbogen ist erhalten geblieben. Der alte Zugang zum ersten Geschoss, der sich an der Ostseite in 3 Meter Höhe befand, konnte nur über Leitern betreten werden. Daneben weisen auch die ursprünglich sehr kleinen Fenster auf die Verteidigungsfunktion des Gebäudes hin. Von den zwei Schießscharten im Untergeschoss ist eine noch erkennbar; auch im ersten Geschoss ist eine runde Schießscharte erhalten.

 

Im 16. Jahrhundert erfolgte die Umgestaltung in einen Wohnturm. Um 1500 vergrößerte man dafür das Ostfenster im ersten Obergeschoss und baute einen spätgotischen offenen Kamin sowie eine Altarnische ein. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts versah man das zweite Obergeschoss mit einem asymmetrischen Renaissance-Kamin und baute weitere Fenster ein. Zudem erhielt das Turmgebäude Treppen, nachdem der Zugang zum zweiten Obergeschoss und zum Dachboden zuvor nur über Leitern möglich war. 1712 wurde unter Verwendung älterer Bauteile ein langgestreckter, eingeschossiger Bau mit geschwungenen Zwerchgiebeln angebaut, das sogenannte „Neue Haus“.

 

Die statische Sicherheit der Dachkonstruktion ist seit einiger Zeit nicht mehr gewährleistet, die tragenden Balkenköpfe waren aufgrund der Feuchtigkeit des Mauerwerks morsch geworden. Nun will die Nordfriesische Landschaft mit Unterstützung des Bundes, der EU, der Kommune und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz das Gebäude wieder nutzbar machen. Das wegen Einsturzgefahr derzeit leer stehende Häuptlingshaus in Bunderhee ist somit eines von über 200 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein in Niedersachsen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören unter anderem das Lessingtheater in Wolfenbüttel, die Stadtkirche St. Lamberti in Oldenburg und das Kavalierhaus in Gifhorn. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

 

Bonn, den 16. November 2009/Schi

 

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