Kurzfassung: Einen Fördervertrag über 35.000 Euro für die Restaurierungsarbeiten an der altkatholischen Friedenskirche in Essen überbringt am 17. Dezember 2009 um 11.00 Uhr Dr. Werner König vom Ortskuratorium Essen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an Pfarrer Ingo Reimer. Die Friedenskirche, eine der bedeutendsten Jugendstilkirchen, ist somit eines von über 230 Projekten, die die private Denkmalschutz Stiftung in Bonn bisher allein in Nordrhein-Westfalen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in Essen der Alte Bahnhof in Kettwig, der Rahmannshof in Überruhr und die evangelische Stadtkirche in Katernberg.
Langfassung: Einen Fördervertrag über 35.000 Euro für die Restaurierungsarbeiten an den Turmfassaden der altkatholischen Friedenskirche an der Bernestraße in Essen überbringt am Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 11.00 Uhr Dr. Werner König und Dr. Georg Ortner vom Ortskuratorium Essen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an Pfarrer Ingo Reimer. Damit leistet die DSD einen Beitrag zur Beseitigung der Schäden an der Fassade, am Mauerwerk und an den Natursteinverzierungen einer der ehemals bedeutendsten Kirchenbauten des Jugendstils in Deutschland.
Gegenüber der 1911 und 1912 errichteten Synagoge entstand in den ersten beiden Jahren des Ersten Weltkriegs nach Plänen des Beigeordneten des Hochbauamtes Dr. Ing. Albert Erbe die altkatholische Friedenskirche in der Essener Innenstadt. Der in Backstein errichtete, traufständige Bau erhebt sich auf spitzwinkeligem Grundstück mit ansteigendem Gelände. Die Fassaden der neobarock gestalteten Kirche werden durch sechs Achsen hoher Rundbogenfenster gegliedert, die zwischen profilierten Lisenen gespannt sind. Die Kämpfer, das stark profilierte Traufgesims und die Rundmedaillons zwischen den Bogenfeldern der Fenster sind in Naturstein gefertigt. Das ursprüngliche hohe geschweifte Mansarddach ist nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in schlichteren Formen als Walmdach aufgebaut worden.
Neben dem Chor erhebt sich der oktogonale Turm, dessen Schweifdach nach dem Krieg als Pyramide wiederaufgebaut wurde. 1963 erhielt die Kirche nach einem Entwurf des britischen Künstlers Harry McLean neue, erhaltenswerte Glasfenster. Von der ursprünglichen Ausstattung des Innenraumes mit Malereien, Mosaiken und Farbfenstern des niederländischen Künstlers Thorn Prikker, die dem Gotteshaus den Ruf der bedeutendsten Jugendstilkirche in Deutschland einbrachte, ist allein das 1916 entstandene Glasmosaik in der Apsis erhalten geblieben. Im Jahr 2000 begann die Rekonstruktion der ursprünglichen Ausmalung. 2003 wurden zunächst auf der Grundlage alter Fotos sowie originaler Reste die Malereien im Bereich der Orgelempore rekonstruiert, drei Jahre später das Deckengemälde im Innenraum. Nun steht die Restaurierung der Fassaden an.
Die Friedenskirche in Essen ist damit eines von über 230 Projekten, die die private Denkmalschutz Stiftung in Bonn bisher allein in Nordrhein-Westfalen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in Essen der Alte Bahnhof in Kettwig, der Rahmannshof in Überruhr und die evangelische Stadtkirche in Katernberg. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.
Bonn, den 14. Dezember 2009/Schi