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Etwas für den Hohlen Zahn  

Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringt Fördervertrag für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin  

Kurzfassung: Einen Fördervertrag in Höhe von 160.000 Euro für die dringend nötige Restaurierung des Alten Turmes der kriegszerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin überbringen am 17. Dezember 2009 um 11.00 Uhr Heike Pieper und Wolfgang Degen vom Kuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an Pfarrer Martin Germer. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, das über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte, und von den Berlinern „Hohler Zahn“ genannte Wahrzeichen, ist somit eines von über 130 Projekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn bisher allein im Bundesland Berlin dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.  

 

Langfassung: Poröses Mauerwerk bedroht das Berliner Wahrzeichen, das die Berliner liebevoll als ihren „Hohlen Zahn“ bezeichnen. Der Ruine der kriegszerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche haben Witterung und Frost, aber auch Erschütterungen durch Straßenverkehr und U-Bahn zugesetzt. Der Zustand des Wahrzeichens ist dermaßen schlecht, dass Spezialisten bei Untersuchungen in luftiger Höhe faustgroße Brocken aus dem Turm herausklopfen konnten. Einem Spendenaufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in deren Förderermagazin Monumente folgte im ganzen Land großzügige Hilfsbereitschaft. Die können nun Heike Pieper und Wolfgang Degen vom Kuratorium Berlin der DSD in Form eines ersten Fördervertrages in Höhe von 160.000 Euro am Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 11.00 Uhr vor Ort in Berlin-Charlottenburg an Pfarrer Martin Germer weiterreichen. Unterstützt wird damit die Restaurierung der erhalten gebliebenen Mosaikfragmente sowie der Natursteinverkleidung der Außenwände.  

 

Den Bau der Gedächtniskirche veranlasste Kaiser Wilhelm II. zum Gedächtnis an seinen gleichnamigen Großvater. Die Grundsteinlegung erfolgte 1891, vier Jahre später konnte das Gebäude nach dem Entwurf des Königlichen Baurats Franz Schwechten eingeweiht werden. Der neoromanische Bau, dessen Formensprache sich an die romanischen Kirchen des Rheinlands anlehnt, besaß mit dem 113 Meter hohen Hauptturm den höchsten Aussichtspunkt der Stadt.  

 

Die Ausgestaltung des Innenraums im Stil der Neuromanik wurde beispielgebend für die Epoche. Aufwendig wurde er mit Mosaiken ausgekleidet, insbesondere zu biblischen Motiven. In der Gedenkhalle im 1906 fertiggestellten Turmsockelbereich ist demgegenüber ein Bildzyklus zu sehen, der die Befreiungskriege und den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 einander gegenüberstellt. Ein groß­flächiges Glasmosaik zeigt darüber hinaus Mitglieder der Hohenzollernfamilie.  

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche im November 1943 bei Bombenangriffen weitgehend zerstört. Nur die Turmruine und ein Bereich der Apsis des Kirchen­schiffs blieben erhalten. Der Wettbewerbsentwurf des Architekten Egon Eiermann sah zunächst den Abriss der Bauruine und eine neue Kirche als Ersatzbau vor. Heftige Reaktionen, gerade aus der Bevölkerung, führten jedoch dazu, alt und neu nebeneinander gelten zu lassen und den alten Turm als Mahnmal gegen den Krieg zu bewahren. 1953 und 1982 fanden umfangreiche Instandsetzungs- und Erhal­tungsmaßnahmen an der Turmruine statt. Zunächst sicherte man die Substanz grundlegend, dann konservierte man die Fassaden in der bis heute aktuell geblie­benen Weise. Heute gilt das Gebäudeensemble der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis­kirche im Zusammenspiel von Nachfolgebauten und erhaltener Turmruine als ein weltweit herausragendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne.  

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist somit eines von über 130 Projekten, die die private Denkmalschutz Stiftung in Bonn bisher allein im Bundesland Berlin dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.                                      

 

Bonn, den 15. Dezember 2009/Schi

 

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