Kurzfassung: Einen Fördervertrag über 25.000 Euro für die Erneuerung des Flügelkreuzes der Bergedorfer Mühle in Hamburg überbringt Dr. Klaus Röhrer vom Ortskuratorium Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am 15. Juni 2010 um 10.00 Uhr vor Ort an Bruno Kluß vom Förderverein. Die Bergedorfer Mühle in Hamburg ist eines von 20 Denkmalen, die die vor 25 Jahren gegründete private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein im Bundesland Hamburg dank individueller Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören unter anderem der Kaispeicher B im Freihafen, der Lieger Caesar und der Hamburger Michel.
Langfassung: Was ist eine Windmühle ganz ohne Flügel? Für die Erneuerung des Flügelkreuzes an der Bergedorfer Mühle in Hamburg überbringt Dr. Klaus Röhrer vom Ortskuratorium Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Donnerstag, den 15. Juni 2010 um 10.00 Uhr einen Fördervertrag in Höhe von 25.000 Euro vor Ort an Bruno Kluß vom Verein Bergedorfer Mühle e.V., damit sich die Flügel der Mühle bald wieder im Wind drehen können.
Die Bergedorfer Mühle wurde 1831 errichtet. Sie diente zunächst zum Vermahlen von Eichenrinde für einen nahegelegenen Gerberbetrieb, an den sie über einen Stichkanal und die Bille angebunden war. Durch die Erfindung der Chromgerberei verlor die Lohgerberei ihre Konkurrenzfähigkeit und die Mühle wurde zu einer Kornwindmühle umgebaut. 1913 erfolgte der Austausch der Segel- durch Jalousieflügel. Ab 1926 unterstützte ein 25 PS Rohölmotor, der in einem angebauten Maschinenhaus noch heute einen Mahlgang über Transmission antreibt, die Mahltätigkeit. 1948 wurde der Windbetrieb eingestellt, die Mahlgänge nur noch über den Motor angetrieben. Zuletzt wurde die Mühle über den technikgeschichtlich interessanten funktionsfähigen Rohölmotor im Maschinenraum betrieben.
Ursprünglich war die Mühle das Wahrzeichen des Ortsteils. Doch seit der Abnahme von Flügel und Steert 1998 wird die Mühle kaum mehr wahrgenommen. Der kommerzielle Mühlenbetrieb war bereits in den 1960er Jahren eingestellt worden, doch zunächst wurden die Außenhaut und die Müllereimaschinen noch von einer Apothekerfamilie aus Liebhaberei gepflegt. Seit 2004 ist die Stiftung Denkmalpflege Hamburg Eigentümerin der Mühle, die sie dem in den 1990er Jahren gegründeten Mühlenverein nach dem Erbbaurecht übertrug. Damit waren die Weichen zum Erhalt des technischen Denkmals gestellt.
Bis Oktober 2007 wurde die Galerie in Eichenholz fertig gestellt. Die Abdeckung empfindlicher Knotenpunkte erfolgte mit Bleifolie. Die Vereinsmitglieder, darunter viele Handwerker, errichteten am Fuß der Mühle ein neues Nebengebäude, das Sanitäranlagen für die Besucher und einen Werkstattraum für die Vereinsmitglieder beherbergen kann. Nach der Fertigstellung des Nebengebäudes überarbeiteten sie die Böden in der Mühle in Eigenarbeit. Im nächsten Bauabschnitt sollen Flügelkreuz und Steert wiederhergestellt werden.
Die Bergedorfer Mühle ist eines von 20 Denkmalen, die die vor 25 Jahren gegründete private Bonner Denkmalschutz-Stiftung allein im Bundesland Hamburg dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören unter anderem der Kaispeicher B im Freihafen, der Lieger Caesar und der Hamburger Michel. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden jährlich bundesweit Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege mit rund 50 Millionen Euro gefördert.
Bonn, 16. Juni 2010/schi