Kurzfassung: Einen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro für die anstehende Restaurierung des Nordturms von Burg Engelsdorf bei Aldenhoven bei Jülich überbringt am 19. Juli 2010 um 12.00 Uhr Roland Tauber, Ortskurator Jülicher Land/Euregio der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), an die Eigentümer Maria und Juan Fernandez. Die spätmittelalterliche Burg Engelsdorf ist somit eines von über 240 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete private Denkmalschutz Stiftung allein in Nordrhein-Westfalen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in diesem Jahr auch die Erlöserkirche in Bochum, Schloss Barntrup in Barntrup und die Schöpfemühle Dringenberg in Bad Driburg.
Langfassung: Die Palasmauern von Burg Engelsdorf sind statisch gefährdet. In der Folge besteht auch für die Kölner Decken, die gotischen Wappen und die Rippengewölbe im Nordflügel der Anlage dringende Gefahr. Nun überbringt am Montag, den 19. Juli 2010 um 12.00 Uhr Roland Tauber, Ortskurator Jülicher Land/Euregio der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro für die anstehenden Arbeiten insbesondere am gotischen Nordturm von Burg Engelsdorf bei Aldenhoven im Landkreis Düren. Den Vertrag erhalten die Eigentümer Maria und Juan Fernandez. An der Instandsetzung beteiligen sich neben der DSD auch Bund und Land sowie die Kommune.
1076 wird Burg Engelsdorf erstmals urkundlich erwähnt. Heute besteht die einstige zweiteilige Wasserburg, deren Gräben inzwischen „trockengefallen“ sind, aus einer Vorburg mit zwei seit 1980 zu Ateliers mit Formen- und Bronzegießerei ausgebauten Wirtschaftsgebäuden aus dem 18. Jahrhundert und der spätmittelalterlichen Hauptburg. Die zweiflügelige Winkelanlage wurde in Backstein errichtet. Ein runder gotischer Wehrturm ist der nordöstlichen Außenecke vorgelagert, während sich ein quadratischer Treppenturm in der Ecke des Hofes erhebt.
Der zweigeschossige Nordwestflügel war 1526, vermutlich unter dem Einfluss Herzog Wilhelms V. von Jülich-Kleve-Berg, als Palas durch Anna von Palant ausgebaut worden. Auf seiner Feldseite ist die nahezu original erhaltene Gliederung aus dieser Zeit mit Kreuz- und Querstockfenstern, die von Hausteingewänden gerahmt werden, erkennbar. Im Inneren finden sich Bauspuren von Kaminen sowie eine Altarnische. Im 19. Jahrhundert wurden die Treppengiebel des Palas abgetragen und über einer sehr flachen Dachneigung ein neuer Dachstuhl errichtet. Auch der Nordostflügel der Anlage wurde stark umgebaut und erhielt die für die Zeit typischen Stichbogenfenster. Da der Palasflügel und der angrenzende ältere Wehrturm mit zwei gotischen Rippenbogengewölben im aufgehenden Mauerwerk weitgehend original erhalten sind und auch die Struktur der Anlage mit den Gräben in der Topografie noch gut nachzuvollziehen ist, besitzt das Ensemble trotz Umbauten besondere burgengeschichtliche und lokalhistorische Bedeutung.
Der durch marode Dachdecken und eindringende Nässe akut gefährdete Palas erhielt bereits im letzten Jahr ein neues Dach, der ebenfalls statisch instabile Nordturm im Rahmen der Notsicherung vor drei Jahren lediglich ein provisorisches Dach. Durchfeuchtung und statische Mängel gefährden hier inzwischen die gotischen Gewölbe. Nun können auch hier die Arbeiten zügig beginnen.
Burg Engelsdorf ist eines von über 240 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete private Denkmalschutz Stiftung allein in Nordrhein-Westfalen dank privater Spenden, treuhänderisch von ihr verwalteter Stiftungen, Bußgeldzuweisungen und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören in diesem Jahr auch die Erlöserkirche in Bochum, Schloss Barntrup und Schöpfemühle Dringenberg in Bad Driburg.
Bonn, den 19. Juli 2010