Kurzfassung: Einen Fördervertrag über 50.000 Euro für die Restaurierungsarbeiten am Wieselhaus in Augsburg überbringt Dr. Bernt von Hagen, Ortskurator Augsburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), im Beisein von Ulrike Obergröbner-Weckbach von Lotto Bayern am 21. Juli 2010 um 10.00 Uhr vor Ort an Bürgermeister Hermann Weber. Das Augsburger Wieselhaus ist eines von über 140 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete Denkmalschutz-Stiftung allein in Bayern dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören das König-Ludwig-Denkmal in Regensburg, das Heimatspielhaus in Münnerstadt oder die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech.
Langfassung: Durch langjährigen Leerstand und undichte Dächer hatten vor allem das konstruktive Gefüge und die Ausstattung des Augsburger Wieselhauses im Pfaffengäßchen 23 Schaden genommen. Nun überbringt Dr. Bernt von Hagen, Ortskurator Augsburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), im Beisein von Ulrike Obergröbner-Weckbach von Lotto Bayern am Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 10.00 Uhr vor Ort einen Fördervertrag über 50.000 Euro an Bürgermeister Hermann Weber. Die Mittel stehen für die Wiederherstellungsmaßnahmen, insbesondere die Instandsetzung des Dachstuhls am Haupt- und am Nebengebäude, zur Verfügung. Die Maßnahmen werden maßgeblich auch durch den Landesentschädigungsfonds, die Bayerische Landesstiftung und den Friedrich-Prinz-Fonds unterstützt.
Im Jahr 2000 erschien ein Buch von Inge Keil über den „vergessenen“ Optiker Johann Wiesel (1583 – 1662). Dieser Handwerker und „Künstler“ verarbeitete Rohmaterialen wie Pappe, venezianisches Glas, Pergament und Leder, Horn oder „Bein“, schmolz auch selbst, wo nötig, dickes Glas ein und stellte mit überraschender Detailkenntnis Linsen her, die er fachmännisch schliff und polierte. Schließlich produzierte Wiesel auch als erster im deutschen Raum gewerblich Fernrohre und konstruierte die ersten Mikroskope. Erzeugnisse des „Augustanus opticus“ fanden überall in Europa Absatz und verschafften Augsburg zeitweise den Ruf eines Zentrums für Spitzenprodukte der optischen Technologie.
Wiesels Haus hat sich erhalten und soll künftig Sitz eines Fugger- und Welser-Museums werden. Das im Renaissancestil als Gartenhaus der Familie Welser erbaute dreigeschossige Bürgerhaus in der Augsburger Altstadt stammt aus dem 16. Jahrhundert, sein Dachstuhl gehört zu den ältesten der Stadt. 1637 kaufte es der bedeutendste Optiker der Spätrenaissance, weil er hier einen Schmelzofen zur Glasverarbeitung unterhalten konnte. Doch bereits fünf Jahre später musste Wiesel das Haus weiterverkaufen. An das Haus angebaut ist heute ein eingeschossiges Gärtnerhaus. Die nördliche Gartenseite und die Ostseite werden durch Pfeilerarkaden im florentinischen Stil gegliedert, die derzeit noch im Mauerwerk verborgen sind. Eine Säulenloggia ist auch dem großen Saal im zweiten Obergeschoss vorgelegt.
Das Wieselhaus in Augsburg ist eines von über 140 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete Denkmalschutz Stiftung allein in Bayern dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören auch das König-Ludwig-Denkmal in Regensburg, das Heimatspielhaus in Münnerstadt und die Stadtpfarkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech.
Bonn, den 19. Juli 2010/Schi