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Ein Fisch aus dem Bach bezeugte der edlen Dame Treue

Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringt Fördervertrag in Hessisch Oldendorf

Kurzfassung: Einen Fördervertrag in Höhe von 20.000 Euro für die anstehenden Restaurierungsarbeiten im Stift Fischbeck in Hessisch Oldendorf überbringt Dietrich Burkart, Ortskurator Hameln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am 21. Juli 2010 um 10.30 Uhr vor Ort an Äbtissin Uda von der Nahmer. Das Stift Fischbeck ist eines von über 210 Förderprojekten, die die vor 25 Jahren gegründete Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und aus Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Niedersachsen fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden bundesweit gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege jährlich mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

 

Langfassung: Einen Fördervertrag in Höhe von 20.000 Euro für die anstehenden Restaurierungsarbeiten in der Westvorhalle von Stift Fischbeck in Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont überbringt Dietrich Burkart, Ortskurator Hameln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 10.30 Uhr vor Ort an Äbtissin Uda von der Nahmer. Weiteres Absanden sowie Salzausblühungen und die damit einhergehenden Fassungsverluste an der Vorhalle können damit gestoppt werden. An den jetzt anstehenden Sanierungen beteiligt sich neben der DSD auch das Land Niedersachsen.

 

Ein Wandteppich des 16. Jahrhunderts erzählt bis heute den Gründungsmythos des Stifts Fischbeck, das die Edelfrau Helmburgis, der ehelichen Untreue bezichtigt, nach wundersamen Ereignissen – unter anderem der Auffindung eines güldenen Fischleins im Bachbett – 955 gegründet haben soll. Im Laufe der Jahrhunderte verstanden die Vorsteherinnen des Kanonissenstifts immer aufs Neue, angefangen bei König Otto I., geneigte Schutzherren als Unterstützer und Verteidiger für das Stift zu finden und somit zu überleben.

 

Ein Neubau der Stiftskirche wurde wohl um 1100 geplant, für 1129 jedenfalls sind Bauarbeiten bezeugt. 1234 wütete ein verheerender Brand, der neuerlich umfangreiche Instandsetzungen unumgänglich machte. In basilikaler Form und auf kreuzförmigem Grundriss errichtet, besitzt das Bauwerk niedrige Seitenschiffe mit einer Obergadenzone unter Schleppdächern. Die Satteldächer des Lang- und Querhauses unterbricht ein niedriger Vierungsturm. Im Gegensatz zum Bruchsteinmauerwerk des Hauptschiffs verwandte man bei der Errichtung der runden Apsisanlage behauene Quadersteine. Ebenso verfuhr man beim massiven Westteil, den ein Walmdach mit achteckigem Turm und spitzem Kegeldach krönt. Abgetrennt durch eine Baufuge fungiert er als Vorhalle und ist zugleich der höchste Teil des Gebäudes. Die Fassaden des Lang- und Querhauses sind nicht strukturiert, einfache Rundbögen überfangen die Fensteröffnungen. Dagegen schmücken den Chorbereich eine Blendarchitektur und auffällige Sechspassfenster. Der leicht erhöhte Chor liegt über einer Hallenkrypta mit Kreuzgratgewölbe und Würfelkapitellen. Die Stiftsanlage komplettieren ein Kreuzgang mit gotischem Maßwerk, Wohnbereiche, Nutzgärten, aber auch untypische Pfarr- und Gemeindegebäude sowie eine Reithalle. Nach 1559 wurde Fischbeck lutherisch und im Laufe dieses Wandels, insbesondere nach 1700, im Innenraum stark barockisiert.

 

Nun können die dringenden Sanierungsarbeiten zur Behebung der starken feuchtigkeitsbedingten Schäden an der Fassade des Westwerks der Stiftskirche erfolgen.

 

Stift Fischbeck ist eines von über 210 Förderprojekten, die die 1985 gegründete Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Niedersachsen fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden bundesweit gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege jährlich mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

 

Bonn, den 21. Juli 2010

 

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