Kurzfassung: Einen Fördervertrag in Höhe von 185.000 Euro für die Sanierung des Palas-Daches von Burg Magenheim in Cleebronn überbringt Gisela Lasartzyk vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am 29. Juli 2010 um 10.30 Uhr im Beisein von Klaus Sattler von Toto Lotto Baden-Württemberg vor Ort an Renate Brigitta Freifrau von Lamezan. Burg Magenheim ist eines von über 140 Förderprojekten, die die DSD dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Baden-Württemberg fördern konnte.
Langfassung: Einen Fördervertrag für die Sanierung von Burg Magenheim in Cleebronn im Landkreis Heilbronn überbringt Gisela Lasartzyk vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 10.30 Uhr im Beisein von Pressesprecher Klaus Sattler von Toto-Lotto Baden-Württemberg vor Ort an Renate Brigitta Freifrau von Lamezan. Mit den 185.000 Euro, die neben der Unterstützung durch das Land und Mitteln aus der Kulturstiftung Burg Magenheim zur Verfügung stehen, kann nun insbesondere die Sanierung des Palas-Daches in Angriff genommen werden.
Auf einem Bergsporn oberhalb des Ortes Cleebronn erhebt sich die eindrucksvolle staufische Burganlage Magenheim, die sich bis 1410 im Besitz der 1147 erstmals in einer Urkunde erwähnten Familie derer von Magenheim befand. Nach deren Aussterben fiel die Burg an die Grafen von Württemberg. Die Anlage prägt insbesondere der dreigeschossige Palas, der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Buckelquadermauerwerk aus Sandstein errichtet wurde. Im Norden ersetzt der etwa 12 Meter mal 35 Meter große, auch „Gotisches Haus“ genannte Palas die Umfassungsmauer der Burg. Nach 1330 wurde er umgebaut. Aus dieser Phase stammen im Erdgeschoss der so genannte Rittersaal mit seinen gotischen Fensteröffnungen und der innere Zugang über eine steinerne Wendeltreppe.
Sein heutiges Erscheinungsbild mit den Schweifgiebeln erhielt der Palas in einer zweiten, Georg Beer zugeschriebenen Umbauphase 1592/93. Während die ursprüngliche Vorburg im Westen vermutlich in der Zeit der Bauernkriege verloren ging, ist die Ringmauer noch erhalten. Sie ist ausgestattet mit dem künstlich angelegten, die Burg nicht vollständig umschließenden Halsgraben und einem zweibogigen Brückenzugang. Die Zinnenbekrönungen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Der Burghof mit Brunnen, eine Remise, ein Pferdestall in der Südwestecke des Burghofes, eine Kelter und ein Bienenhaus komplettieren die Baulichkeiten.
1992 übernahmen Renate Brigitta Freifrau von Lamezan und Frank Ferdinand Freiherr von Lamezan die Anlage und begannen gleich mit umfangreichen Instandsetzungsarbeiten. Die neuen Eigentümer wollten einem interessierten Publikum ein vielseitiges Kulturprogramm mit Konzerten und Ausstellungen anbieten, das bereits überregionale Bedeutung und Anerkennung gefunden hat. Im Rahmen eines Festaktes im Juli 2007 errichteten beide die Kulturstiftung Burg Magenheim in der Treuhandschaft der DSD als „Pflegeversicherung“ für die historische Burganlage. Sie ist eine von über 200 Stiftungen, die die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung treuhänderisch verwaltet. In Anbetracht knapper öffentlicher Kassen ist diese auf Dauer angelegte Unterstützung zu einem wichtigen Förderinstrument geworden, das aus der deutschen Denkmallandschaft nicht mehr wegzudenken ist.
Burg Magenheim ist eines von über 140 Förderprojekten, die die DSD dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Baden-Württemberg fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale werden bundesweit gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege jährlich mit rund 50 Millionen Euro gefördert.
Bonn, den 26. Juli 2010/Schi