Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spenden & HelfenProjekteTermineBücher & mehrJugendDie Stiftung

Musensaal wird restauriert

Ortskuratorin überbringt Fördervertrag für das Augsburger Fuggerhaus

Kurzfassung: Christa Boecker vom Ortskuratorium Augsburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbringt am 5. August 2010 um 15.00 Uhr im Beisein von Beatrix Numberger von Lotto Bayern einen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro für die Restaurierung des Musensaals im Fuggerhaus in Augsburg an Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen für die gleichnamige Familien-Stiftung zur Förderung Schwäbischen Kulturgutes. Das Fuggerhaus in Augsburg ist damit eines von über 140 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete Denkmalschutz Stiftung allein in Bayern dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören auch das König-Ludwig-Denkmal in Regensburg, das Heimatspielhaus in Münnerstadt und die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech.

 

Langfassung: Für die Restaurierung des Musensaals im Fuggerhaus in Augsburg, insbesondere der Dekorationsflächen, überbringt Christa Boecker vom Ortskuratorium Augsburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Donnerstag, den 5. August 2010 um 15.00 Uhr im Beisein von Beatrix Numberger von Lotto Bayern einen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro an Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen für die gleichnamige Familien-Stiftung zur Förderung Schwäbischen Kulturgutes. Neben der DSD fördern auch die Bayeri­sche Landesstiftung und das Land die anstehenden Arbeiten an dem klimatisch hochempfindlichen Raum, den künftig kleine Besuchergrup­pen besichtigen können.

 

1570/71 ließ Hans Fugger seinen Stadtpalast unter der Leitung des in Florenz bei Giorgio Vasari ausgebildeten Friedrich Sustris ausstatten. Antonio Ponzano malte die Fresken, Carlo di Cesare del Palagio formte Stuck und Ton und Wendel Dietrich wirkte als Kunstschreiner. Die schweren Kriegsschäden von 1944 überstanden der Zodiakussaal und der Musensaal im Erdgeschoss teilweise. Der Musensaal zeigt einen trapezförmigen Grundriss mit kranzförmigem Stichkappengewölbe, bei dem alle tragenden Bauteile sichtbar sind. Die Wände sind durch Fresken gegliedert, die Kandelabermotive und höchst qualitätvolle Groteskenmalerei zeigen. Sie lehnen sich damit an den damals neu aus Italien importierten Ornamentstil in der Art des vielbewunderten Dekorationssystems der damals entdeckten Domus Aurea Kaiser Neros an. Ein bemaltes, rotgrundiges Holzgesims leitet über die mit plastischen Korbmasken besetzten Gewölbefüße in das Stichkappengewölbe. Die Gewölbekappen, die ebenfalls mit Grotesken verziert sind, gehören zu einer aufwendigen Dekoration aus Kartuschen mit Darstellungen der Musen und den Rahmungen der leider zerstörten Fresken des Deckenspiegels. Die Raumdekoration mit ihrem humanistischen Bildungsprogramm, die zu den bedeutendsten Zeugnissen des durch die Fugger importierten oberitalienischen Manierismus zählt, nimmt für die Bauten des herzoglichen Hofs in Landshut und in München eine Vorreiterrolle ein. Friedrich Sustris, der in München zum "Obersten Hofkünstler" aufstieg, wurde schließlich "Kunstintendant" Herzog Wilhelms V.

 

Das Fuggerhaus in Augsburg ist eines von über 140 Projekten, die die vor 25 Jahren in Bonn gegründete Denkmalschutz Stiftung allein in Bayern dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören auch das König-Ludwig-Denkmal in Regensburg, das Heimatspielhaus in Münnerstadt und die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Landsberg am Lech.

 

Bonn, den 2. August 2010

 

RTF-Datei zum Download

Spenden Sie Online