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Die Laternenkonstruktion der Großen Kirche ist morsch

Fördervertrag wird in Leer übergeben

 

Kurzfassung: Für die Restaurierungsarbeiten an der Großen Kirche in Leer gibt es einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa). Den Vertrag über 30.000 Euro überbringt am 5. August 2010 um 11.00 Uhr Dörte Lossin, Ortskuratorin Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), vor Ort an Uwe Wiarda, den Pastor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Die Große Kirche in Leer ist damit eines von über 210 Projekten, die die vor 25 Jahren gegründete Bonner Denkmalschutz Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte, darunter die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven, die Marktkirche in Einbeck und der Bahnhof in Worpswede.

 

Langfassung: Für die Restaurierungsarbeiten an der Großen Kirche in Leer im gleichnamigen Landkreis gibt es einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa). Den Vertrag für die anstehende Sanierung des Innenraums und der Turmlaterne in Höhe von 30.000 Euro überbringt am Donnerstag, den 5. August 2010 um 11.00 Uhr Dörte Lossin, Ortskuratorin Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), vor Ort an Uwe Wiarda, den Pastor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. An der Baumaßnahme beteiligen sich neben der DSD auch Bund und Land sowie die Kommune, die Landeskirche und die Klosterkammer Hannover.

 

Die Große Kirche an zentraler Stelle in Leer wurde von 1785 bis 1787 als Ersatz für eine baufällige Vorgängerkirche erbaut. Da die finanzielle Situation der Kirchengemeinde damals klamm war, konnte der Turm erst 1805 vollendet werden. Stilistisch fiel die Erbauung in die Übergangszeit vom verspielten Rokkoko- zum klareren Louis-XVI-Stil, der Transitionstil genannt wird. Ankläge an Rokkokoformen weisen zum Beispiel die Konsolen der Tonnengewölbe oder die geschnitzten Draperien unterhalb der Emporen auf.

 

Bei der Großen Kirche handelt es sich um einen typischen reformierten Zentralbau, der im Grundriss ein griechisches Kreuz beschreibt, in das, um die Zwickel zwischen den Kreuzarmen zu füllen, ein Kreis gelegt worden ist. Der achteckige Turm wurde später ausgeführt. Er verjüngt sich über zwei Turmgeschosse, die die Plattform für die Laterne bilden.

 

Die Decken im Innenraum wurden als hölzerne Tonnen ausgebildet, die sich in der Vierung schneiden und Kreuzgrate bilden. Am Ende der Tonnen sind in die Fassade große Rundfenster - jeweils in der Mitte oberhalb langgestreckter Rundbogenfenster - eingelassen, um die Gewölbe besser auszuleuchten. Nur der nordöstliche Kreuzarm ist fensterlos an den Glockenturm angebaut und ist ein idealer Ort für die Orgel. Ihr gegenüber ist die Kanzel an einem der vier Hauptpfeiler angebracht. Das Kastengestühl ist auf den Predigtort hin ausgerichtet, orientiert sich aber an dem achteckigen Grundriss. Eine Empore mit steigendem Gestühl besteht an allen Seiten der Vierung. Dabei schwingt der nordöstliche Teil, auf dem die Orgel steht, in den Kirchenraum hinein. Unter der Orgelempore befindet sich das Fürstengestühl, besonders hervorgehoben durch Wappen und Monogramm in der Brüstung. Der Kirchenraum hatte ursprünglich fünf Eingänge, von denen man zwei jedoch geschlossen hat.

 

Die Große Kirche in Leer, die Feuchtigkeitsschäden am Mauerwerk zwischen Kirchenraum und Turm aufweist und deren Laternenkonstruktion morsch ist, ist damit eines von über 210 Projekten, die die vor 25 Jahren gegründete Bonner Denkmalschutz Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte, darunter die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Wilhelmshaven, die Marktkirche in Einbeck und der Bahnhof in Worpswede.

 

Bonn, den 3. August 2010/Schi

 

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