Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spenden & HelfenProjekteTermineBücher & mehrJugendDie Stiftung

Haus Hardenberg

© ML Preiss

Das Haus Hardenberg, die ehemalige Buchhandlung Kiepert , wurde von der Aufbaugemeinschaft Banning/Kiepert 1955/56 nach den Plänen des Berliner Architekten Paul Schwebes als Büro- und Geschäftshaus errichtet. Die Hauptfassade des siebengeschossigen Baus an der Hardenbergstraße schwingt in eleganter Kurvung in zwei ungleich langen, ebenfalls siebengeschossigen Seitenflügeln aus. Die drei Flügel werden jeweils über ein Treppenhaus im Hof mit einer gewendelten Treppe und Aufzügen erschlossen. Das zweigeschossige Ladenlokal Kiepert ist organisch gerundet und mit Galerie, Treppen, Stützen und abgehängter Decke im Wesentlichen erhalten.

Der Baukörper wird zur Straße hin klassisch in drei Zonen gegliedert: das leicht eingezogene Erdgeschoss, fünf vorspringende Hauptgeschosse und das zurückgesetzte Dachgeschoss. Das Erdgeschoss wird nur durch die Eingänge unterbrochen. Die Fassaden der Hauptgeschosse sind umlaufend vollverglast, die dazwischen liegenden Geschossdecken bleiben sichtbar. Das Flachdach kragt weit aus, zum Hof hin ist es eigentlich ein Pultdach, das kurvig einschwingt.

Der Entwurf des Poelzig-Schülers Paul Schwebes verbindet die wiederaufgenommenen Neue Sachlichkeit der zwanziger Jahre in der Glasfassade, den dynamischen Funktionalismus Erich Mendelsohns der Treppenhäuser und der Fassadendetails mit dem Poelzischen Expressionismus in der Massenbildung zu einer neuen Synthese: dem eleganten Kurvenstil der fünfziger Jahre. Das Kieperthaus gehört zu den künstlerisch überzeugendsten und herausragendsten Bauten der fünfziger Jahre in Berlin. Dies gilt auch für die Innenraumgestaltung der Buchhandlung Kiepert und der Treppenhäuser. Die Fassadeninstandsetzung, an der sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt hat, wurde 2004 mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet.

 

Spenden Sie Online