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Blick in den Innenraum der kleinen Dorfkirche

Die Dorfkirche von Brumby ist ein kostbares Gesamtkunstwerk

"Eine Kur nach Dr. Eisenbart" nannten viele Einwohner von Brumby die Pläne für den Umbau ihres Kirchturms im Jahre 1900. Die Brumbyer würden sich heute sicher energisch dagegen wehren, wollte man dem Turm von St. Petri wieder das alte einfache Walmdach zurückgeben, das er bis zum Umbau vor mehr als 100 Jahren hatte. Denn inzwischen ist die auffällige, schieferbedeckte Dachkonstruktion mit den vier Ecktürmchen zu einem Wahrzeichen des etwa 30 Kilometer südlich von Magdeburg gelegenen Dorfes geworden.

 

In ihrem Innern wurde die Kirche zum letzten Mal im Jahr 1938 restauriert. Es wird berichtet, dass der Kirchenmaler Mannewitz damals ein "ödes Braun" von Altar und Kanzel kratzte und alles in den "ursprünglichen Farben" auffrischte. Die Malereien selbst wurden dabei offenbar nicht verändert. Die herausragende Ausstattung von St. Petri war in den Folgejahrzehnten zunehmend bedroht, da Dach und Außenmauern undicht wurden. Bereits 1986 gelang es der Gemeinde, das Dach neu decken zu lassen. Leider aber hatten die Dachdecker zu wenig Dachlatten und Ziegel zur Verfügung, so dass bei starkem Regen bald wieder Wasser eindrang. 1994 konnte das Dach vollständig erneuert werden. Die Trockenlegung der bis zu einer Höhe von zwei Metern feuchten Außenwände wurde im Jahr 2000 vorgenommen. Im Anschluss erfolgten Arbeiten am Außenmauerwerk, den Fenstern und Teilen der Innenausstattung. Seit 2006 ist die Kirche Autobahnkirche und bietet einen Ort der Einkehr und Ruhe. Die engagierte Kirchengemeinde erlebt diese zusätzliche Nutzung als Bereicherung und freut sich über vielfältiges Lob und Anerkennung zu "ihrer" Kirche.

 

Der Hallenser Tischler Melchior Stellwagen schuf 1665 die Kanzel.

Der dem heiligen Petrus geweihte Bau hat seinen Ursprung in romanischer Zeit. An seiner Südwand sind noch deutlich die Ansatzpunkte ehemaliger Seitenschiffe sowie die zugemauerten Obergadenfenster der kleinen Basilika zu sehen. Ein erster Umbau erfolgte während der Gotik: Die Seitenschiffe wurden entfernt, der Turm um zwei Stockwerke erhöht, das Mittelschiff verlängert und ein polygonaler Chorraum angefügt. Die Eingangshalle an der Südwand entstand 1581. Ab 1664 begannen die Brumbyer mit ihrem Pastor Heinrich Haevecker, die Kirche, die im Dreißigjährigen Krieg zum Teil als Pferdestall gedient hatte, in barocker Manier auszugestalten. Der Tischler Hans Reiche aus Calbe fertigte die Kassettendecke an, die der Braunschweiger Maler Heinrich Busch mit 92 Deckenbildern versah.

 

Heinrich Busch bemalte auch die Kanzel, die Emporen und den vom Bildhauer Wilhelm Schorius aus Braunschweig geschaffenen Altar. Die Gemälde dieses Malers, der die Arbeiten zusammen mit seinen Schülern ausführte, zeichnen sich durch große Kunstfertigkeit aus. Die barocke Linienführung zeigt teilweise auch manieristische Züge. In der Mittelreihe der Decke ist die Heilsgeschichte von der Erschaffung des Menschen bis zum Jüngsten Gericht dargestellt. Daneben sind Szenen und Personen aus dem Alten und dem Neuen Testament angeordnet. Moses hat hier, wie auch am Altar, kleine Hörner. Ursache für diese häufig anzutreffende Darstellung ist ein Missverständnis bei der Übersetzung des Alten Testaments aus dem Hebräischen. Schon 1668 war die barocke Innenausstattung fertig, 1672 kam noch eine neue Orgel hinzu. Das jetzige Orgelwerk, das 1869 in den barocken Prospekt eingebaut wurde, stammt aus der Orgelbauwerkstatt Reubke und Sohn aus Hausneindorf. Es ist eine der wenigen Orgeln dieser Meister, die heute noch unverändert existieren und deren Klang von den Organisten außerordentlich geschätzt wird.

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Dr. Steffen Skudelny

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