Der Dom prägt als einmaliges Bauensemble gemeinsam mit der Severikirche das Stadtbild und darf als das bedeutendste Bauwerk Erfurts bezeichnet werden. Er diente nur kurze Zeit im 8. Jahrhundert als Bischofssitz und war das gesamte Mittelalter über bis in das frühe 19. Jahrhundert hinein Sitz des Kollegiatstifts St. Marien. Seit 1994 ist er wieder Kathedrale des neugeschaffenen Bistums Erfurt und Sitz des Domkapitels.
Ab 1154 begann der Bau der romanischen Basilika, die mehrfach umgebaut und zu dem heutigen gotischen Dom erweitert wurde. In der gleichen Zeit gab es unmittelbar neben dem Dom eine Klostergründung, aus der später die Severikirche hervorging. Auch hier entstand die gotische Kirche aus einem romanischen Vorgängerbau.
Vom Domplatz bietet sich ein überwältigender Blick auf die beiden mächtigen Kirchen. Die zum Hauptportal des Doms führende Freitreppe und die 12 Meter hohen Kavaten, die das östliche Kirchenschiff des Doms abstützen, sind einzigartige Architektenleistungen jener Zeit.
Der Dom beherbergt zahlreiche Kunstschätze. So hängt hier eine der größten Glocken Europas, die Gloriosa. Sie wurde 1497 von einem niederländischen Glockengießer gefertigt. Berühmt ist auch der Erfurter Wolfram, ein um 1160 entstandener Bronzeleuchter. Er ist das älteste freistehende Gusswerk der deutschen Kunstgeschichte. Im Erfurter Dom befanden sich ursprünglich 100 bis 150 Grabplatten aus den Jahren von 1420 bis 1560. Von dem reichen und bedeutenden Bestand sind heute nur noch rund ein Dutzend im Dom und Kreuzgang erhalten. Typologisch finden sich dort einerseits Grabplatten aus Werkstein und andererseits Kompositionen aus Werkstein mit plattenartigen Metallauflagen. Besonders die Metallplatten zeichnen sich durch ihr ausgesprochen hohes künstlerisches und technologisches Niveau aus. Zu unterstreichen ist ihre Einzigartigkeit auch deswegen, da in der gesamten Region keine Vergleichsbeispiele aus der Zeit vor 1550 zu finden sind.