
Die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam ist international bekannt - als Symbol der deutschen Teilung ebenso wie der deutschen Einheit. Nun ist ein Teil des Ensembles - die Kolonnaden - vom Verfall bedroht und muss dringend restauriert werden.
Wir zählen auf Ihre Unterstützung, um dieses geschichtsträchtige Bauwerk zu erhalten! Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam und unter der Schirmherrschaft des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck sammelt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Spenden für den Erhalt der Kolonnaden der Glienicker Brücke.

Bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht die Geschichte der Brücke: Damals wurde eine erste schmale Holzbrücke an dieser Stelle gebaut. Nach zwei Neubauten in den folgenden Jahrhunderten wurde 1906 schließlich mit dem Bau der vierten Glienicker Brücke begonnen. Diese erhebt sich bis heute als Stahlträgerkonstruktion über der Havel und wird auf Potsdamer Seite flankiert von neobarocken Kolonnaden.

Die stadtbildprägende Zufahrt der Brücke auf Potsdamer Seite wird beidseitig von den Säulenreihen mit Brüstungen und Vasen aus Sandstein begrenzt. Sie wurden als Bestandteil des Brückenneubaus 1906 und in Anlehnung an die "Ringerkolonnaden" des Potsdamer Stadtschlosses errichtet. Seit Dezember 1949 markierte ein weißer Strich auf der Brücke die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Ab Juli 1953 war die Brücke gesperrt und konnte nur noch mit Sondergenehmigung passiert werden. Traurige Berühmtheit erlangte die "Brücke der Einheit" während des Kalten Krieges: Drei Mal wurden zwischen 1962 und 1986 Agenten ausgetauscht. Nach dem Fall der Mauer konnten am 10. November 1989 erstmals wieder Menschen frei über die Brücke gehen. Seit 1990 ist das Ensemble aus Brücke und Kolonnaden Teil des UNESCO Welterbes und außerdem eingetragenes Einzeldenkmal. Doch nun sind die Kolonnaden der Glienicker Brücke in Gefahr!

Architekt der Kolonnaden war Eduard August Wilhelm Fürstenau (1862-1938), den plastischen Schmuck schuf der Bildhauer Stephan Walter (1871-1937). Die südliche Kolonnade hat sieben Joche, gegliedert durch zwei Pylone mit vorgelagerten Säulen und sechs freistehenden Säulen. In gleicher Gestaltung hat die nördliche Kolonnade acht Joche. Diese setzte sich einst in einer Toranlage mit Springbrunnen fort, die in einem Bogen zwischen dem westlichen Pylon der Kolonnade und einem freistehenden weiteren Pylon spannte. Von diesem Teil der Anlage ist nur der einzelne freistehende Pylon erhalten.

Der verwendete Wünschelburger Sandstein hat sich als äußerst qualitätvolles Baumaterial erwiesen – doch die Stahlstifte im Inneren, die die Steinblöcke zusammenhalten, haben Korrosionsschäden. Rost hat sich an den Stiften gebildet, der den Stahl aufquellen ließ und nun den Stein zu sprengen droht. Risse, Abplatzungen und Gipskrusten sind erste Vorboten, die deutlich machen, was kommen kann: Die Standsicherheit der Kolonnaden wäre nicht mehr gewährleistet und herabstürzende Steinteile könnten Passanten gefährden. Kurzfristig sind Maßnahmen nötig, um diese Gefahr abzuwehren. Einige Säulen müssen bereits Holzkorsette tragen.
"Wer immer über die Glienicker Brücke von Berlin nach Potsdam kommt, beginnt schon hier zu ahnen: Diese Stadt ist etwas Besonderes und hat Einzigartiges zu bieten. Hervorragende Baumeister und weitsichtige Landschaftsgestalter schufen ein Kleinod, das heute zum Welterbe zählt. Jedoch haben die Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen, besteht ein großer Sanierungsbedarf. Deshalb bitte ich Sie, diese Spendenaktion zu unterstützen, damit das schöne Ensemble an der Glienicker Brücke die Gäste weiter eindrucksvoll empfangen kann." Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg
Helfen auch Sie mit Ihrer Spende! Damit das Ensemble der Glienicker Brücke auch weiterhin von seiner spannenden Geschichte Zeugnis geben kann.