Malerisch im brandenburgischen Zernikow gelegen, steht ein verfallenes Gutshaus. Als Geschenk Königs Friedrich II. erhielt es sein Geheimkämmerer Michael Gabriel Fredersdorff. Ab 1746 wurde es zum siebenachsigen und zweigeschossigen Gutshaus umgebaut. Das gesamte Erbe seiner vermögenden Frau – der Bankierstochter Carolina Maria Elisabeth Daum – investierte Fredersdorff in die Verschönerung und den Ausbau des Gutes und des gesamten Dorfes. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe erneut und engagierte sich mit ihrem neuen Mann weiterhin für den Ausbau von Zernikow. 1777 wurde von dem Ehepaar die Kirche ausgeschmückt und Sozialeinrichtungen ausgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte das Gut in den Besitz des Enkels von Bettine und Achim von Arnim. Er baute eine achte Achse an, errichtete eine Brennerei, ein Sägewerk und gründete eine Dorfschule. Sein Sohn Friedmund machte aus der Anlage ein land- und forstwirtschaftliches Mustergut. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh die Familie in den Westen und das Gutshaus wurde seinem Schicksal überlassen.
In den 1970er Jahren wurde die Raumaufteilung des Hauses durch 17 Flüchtlingsfamilien geändert, die Öfen platzten nach und nach, im Badezimmer befand sich ein Putenstall. Nach der Wiedervereinigung engagierte sich die Familie von Arnim in der Initiative Zernikow e.V. Das Gutshaus wurde zunächst gesichert und erhielt die ursprüngliche Raumaufteilung zurück. Die heutigen Eigentümer – die Strukturengesellschaft AQUA Zehdenick, das Amt Gransee und die Gemeinde Großwoltersdorf – haben zusammen mit der Initiative die Anlage mit verschiedenen kulturellen Veranstaltungen belebt. Und auch die Sanierung des Guts ist gestartet. Begonnen wurde bereits mit der Kirche, dem Fredersdorffschen Erbbegräbnis und dem barocken Verwalterhaus. Im letzteren sind jetzt eine Gutschänke, eine kleine Ausstellung und zwei Ferienwohnungen untergebracht. In dem restaurierten Gewölbekeller können standesamtliche Trauungen durchgeführt werden und im Obergeschoss kann sich der Besucher in einer Ausstellung über Leben und Werk von Achim von Armin informieren. Doch Vieles muss noch getan werden und die Mittel reichen nicht für die weitere Sanierung.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte dabei helfen, dem Gutshaus sein malerisches Äußeres zurückzugeben. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende!