
Für ihre damals 23.000 Einwohner baute die Stadt Viersen in den Jahren 1905/06 auf einem von Josef Kaiser – bekannt durch "Kaiser’s Kaffee" – gestifteten Grundstück an der Burgstraße ein Bad. Das so genannte Volksbad wurde nach einem Entwurf des Architekten Willy Esser mit vielen Jugendstilelementen ausgeschmückt. Die Schwimmhalle erhielt bleiverglaste Fenster, an deren Wiederherstellung sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 1995 beteiligte. Im Bauwerk gab es neben der Schwimmhalle auch Wannen-, Brause-, Heißluft- und Dampfbäder sowie Massage- und Ruheräume.
Das Viersener Bad sollte 1992 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Starker Bürgerprotest sorgte dafür, dass moderne Umwelttechnik eingebaut wurde und der ursprüngliche Zustand trotzdem erhalten blieb. Seit 1995 kann das Bad wieder genutzt werden und es erfreut sich auch heute großer Beliebtheit. Somit gilt es als eines der letzten genutzten Bäder der Wilhelminischen Epoche. 1997 wurde die Stadt Viersen für die beispielhafte Sanierung ihres Jugendstilbades mit dem Rheinischen Denkmalpreis ausgezeichnet.