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Festlich geschmückt: Der Innenraum der Dorfkirche von Pretzschendorf zum Erntedankfest

Pretzschendorfs Gotteshaus kann beruhigt in die Zukunft blicken

Im Jahr 1704 mussten die Einwohner Pretzschendorfs, nahe Dresden gelegen, tatenlos zusehen, wie die "Schwarze Garde", angeführt vom berühmt-berüchtigten Räuberhauptmann Lips Tullian, ein Ausstattungsstück nach dem anderen aus ihrer dem heiligen Nikolaus geweihten Kirche stahlen. Als Kavalier verkleidet, genoss der Räuberhauptmann zu Beginn des 18. Jahrhunderts das angenehme Leben in verschiedenen Städten Sachsens. Er verkehrte in den Häusern reicher Bürger und verriet seiner Bande, wo sich Raubzüge lohnten. Die "Schwarze Garde" plünderte auch gerne Kirchen in der Nähe ihres Quartiers südlich von Dresden. Ob der Raubzug in Pretzschendorf dazu beigetragen hat, dass dort kurz darauf eine neue Kirche gebaut wurde, ist nicht überliefert.
St. Nikolaus war wohl vor allem baufällig und zu klein geworden. 1732 wurde der Grundstein für den heutigen Zentralbau in Form eines langgestreckten Achtecks gelegt. Ein Jahr später konnten in dem hellen Kirchenraum, der von einer dreigeschossigen Empore bestimmt wird, die ersten Gottesdienste gefeiert werden. Lips Tullian war zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahre tot – er wurde 1715 in Dresden hingerichtet.

 

Damit die evangelische Pfarrkirche auch weiterhin das Ortsbild von Pretzschendorf bestimmen kann, rief eine Förderin nun die Stiftung "Ev. Kirche Pretzschendorf" ins Leben, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch verwaltet wird. Die Stifterin selbst wurde in der Kirche getauft und konfirmiert. Sie möchte mit ihrer Stiftung zur dauerhaften Pflege der wertvollen Kirche beitragen.

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