
Die Marienkirche in Bergen auf Rügen ist ein Backsteinbau aus dem 12. Jahrhundert. Gegen 1180 ließ der christlich getaufte slawische Führer Jaromar den Kirchenraum als Stammsitz für seine Familie gestalten. Seit Jahrhunderten nun ist die Marienkirche Mittelpunkt des Gemeindelebens in Bergen – und seit Jahrhunderten ist der Kirchenbau verschiedenen Einflüssen ausgesetzt: Das ist zunächst das Klima der südlichen Ostseeregion, das dem Mauerwerk zusetzt, denn der Backstein nimmt viel mehr Wasser auf, als bis zum nächsten Regenguss verdunsten kann. So dringt die Feuchtigkeit in das Kirchenrauminnere, so dass ein unangenehmes und vor allem für die Wandmalereien, die den Innenraum zieren, schädliches Raumklima ist die Folge.
In Zeiten der DDR kamen dann Schädigungen durch Schwefeldioxid hinzu, verursacht durch den Ausstoß eines nahe gelegenen Heizkraftwerks, sowie durch Nitrat, das vermutlich in Folge von Düngung der umliegenden Felder aus der Luft in die Mauern eingedrungen ist. Schwer gezeichnet von Feuchtigkeit, Salz- und Gipsablagerungen ist die Malerei nun extrem gefährdet.
Wie kostbar die Wandmalerein in der Marienkirche sind und was für ein Verlust hier droht, hat erst kürzlich eine Untersuchung mit dem erstaunlichen Resultat gebracht, dass rund 600 Quadratmeter der bemalten Fläche in St. Marien Originalputz aus dem Mittelalter ist. Das ist ein Ergebnis, mit dem kaum jemand gerechnet hatte, nachdem im Verlauf einer Restaurierungsmaßnahme des 19. Jahrhunderts der Historienmaler August Oetken die Malereien leider nur allzu oft ohne Rücksicht auf Vorgefundenes übermalt und auch vieles frei hinzugefügt hatte.

Der Rettung dieses wertvollen und unwiederbringlichen romanischen Wandmalereizyklus in der Kirche St. Marien in Bergen ist die Margarethe Bierlein-Stiftung gewidmet. Ihre Schönheit hatte bereits 1995 den Regensburger Professor Dr. Dieter Bierlein und seine Frau Helga tief beeindruckt. Im Gedenken an Margarethe Bierlein, der Mutter von Professor Dieter Bierlein, errichtete das Ehepaar eine Stiftung in der Treuhandschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Doch die Rettung der Wandmalereien ist aufgrund der besonderen Ausgangssituation ebenso langwierig wie kompliziert und verlangt nach individuell zugeschnittenen Maßnahmen. Eine der ersten Maßnahmen war der Einsatz von hochmoderner Klimatechnik, die die Feuchtigkeit hemmt und ein stabiles Raumklima schafft. In diesem Jahr nun haben unter größter Vorsicht und mit Hilfe von feinstem, zum Teil speziell angefertigtem Gerät, die Arbeiten an der bereits abplatzenden Farbe begonnen, eine Maßnahme, die voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Expertenwissen ist gefragt, viel Geduld - und Großzügigkeit.
Wir suchen Zustifter für die "Margarethe Bierlein-Stiftung", die das Kapital der Stiftung aufstocken. Unterstützen Sie mit Ihrem Beitrag die malerische Vielfalt in St. Marien in Bergen, damit sie für die nächsten Generationen erhalten bleibt.