Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Dr. Rosemarie Wilcken, hat im Namen der Wissenschaftlichen Kommission der DSD die Planungen der Stadt Zittau für ein neues Fachmarktzentrum (FMZ) beidseits der Albertstraße in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Arnd Voigt kritisiert.
"Die neuen und nach wie vor kritikwürdigen Planungen des FMZ," so heißt es in dem Schreiben, "bestätigen den Standpunkt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das FMZ in der vorliegenden Fassung am geplanten Standort abzulehnen." Zumindest müssten beim geplanten Neubau des FMZ "die gravierenden, in unserem Schreiben vom März d.J. genannten Mängel beseitigt werden." Damit bezieht sich die Nachfolgerin des im letzten Jahr verstorbenen DSD-Mitgründers und Ehrenbürgers von Zittau, Professor Dr. Gottfried Kiesow, auf die Überbauung der Albertstraße mit Verbindungsbrücken zwischen den Parkdecks, einschließlich der geplanten Rolltreppen und Treppen im Straßenbereich, die den städtebaulichen Maßstab des Quartiers nachhaltig störten. Weiter heißt es: "Die Anordnung des gesamten Anlieferungsbereiches zur LKW-Versorgung des FMZ und der Erschließung der Parkdecks in unmittelbarer Nähe des Salzhauses und des historischen Samariterin-Brunnens ist nicht nur höchst fragwürdig, sondern zeugt vom fehlendem Respekt vor den in der Stadt seit Jahrhunderten gewachsenen stadträumlichen Qualitäten." Schließlich sehe der Entwurf des FMZ weiterhin vor, "historische Bausubstanz in erheblichem Umfang" zu beseitigen, während die vorgestellten Fassadenvorschläge "wegen ihrer Phantasielosigkeit nur als grobe Gedankenskizzen verstanden werden" könnten. Die Mitwirkung in einem Gestaltungsbeirat lehnt die Stiftung ab, um die Entwicklungen auch weiterhin "aus einer unabhängigen Position kritisch begleiten" zu können.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt sich seit 1985 für die Weitergabe des Erbes der Vergangenheit an die kommenden Generationen ein. Als größte private Initiative für den Denkmalschutz mit rund 200.000 Förderern hat sie bislang bundesweit mehr als 4.100 Denkmale mit über 480 Millionen Euro bewahren helfen. Davon befinden sich allein 35 Objekte in der Stadt der Fastentücher. Für die dort ausgeführten 67 Einzelmaßnahmen stellte die Stiftung in den vergangenen 20 Jahren insgesamt rund 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Dr. Ursula Schirmer
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