

Als das Ehepaar Behrens aus Lemgo Mitte der 1990er Jahre eines der sanierungsbedürftigen Fachwerkhäuschen auf dem Quedlinburger Münzenberg kaufte, hatte es sich nicht träumen lassen, dass damit ein Lebensabschnitt beginnen würde, der ganz im Zeichen einer Kirchenruine stehen würde. Dass sich auf dem Münzenberg bis 1523 das Benediktinerinnenkloster St. Marien befunden hatte und dort später auf seinen Ruinen die kleine Ansiedlung entstanden war, wussten sie. Doch dass sie in dem gerade erworbenen Haus auf die Fundamente der Klosterkirche stoßen würden – damit hatten sie nicht gerechnet.
Bauforscher haben herausgefunden, dass es sich um eine frühromanische, dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem querrechteckigen Westbau handelt. 986 stiftete Mathilde, Äbtissin des Reichsstiftes auf dem Quedlinburger Schlossberg, zum Gedenken an ihren Bruder Kaiser Otto II. das Kloster auf dem Münzenberg. Das quadratische Langhaus wurde über zwei sich gegenüberliegende Eingänge erschlossen. Nach Osten erweiterte sich die Kirche zur Ostkrypta mit einer zentralen Apsis. Das Kloster stand Zeit seines Bestehens unter der Aufsicht des Reichsstiftes. Doch im 16. Jahrhundert wurde es aufgelöst. Sein Einfluss war mehr und mehr zurückgegangen. Für den Münzenberg begann eine neue Ära – er wurde von Handwerkern besiedelt. Den verborgenen Kirchenbau freizulegen, ihn wieder ans Tageslicht zu holen und vor dem Vergessen zu bewahren, wurde Professor Behrens zur Profession.

Mit der fachlichen Unterstützung der Archäologen des Landkreises Quedlinburg und des Landesdenkmalamtes in Halle erkundete er die Kellerräume. Bald war klar: Die Krypta der Marienkirche war zwar noch vorhanden, aber mehrfach unterteilt, von den Nachbarn als Werkstatt, Lager- und Partyraum genutzt. Die Leidenschaft des Siegfried Behrens für die Krypta erwachte. Er erwarb mehrere der zwölf Grundstücke, die auf dem Kirchengrund liegen. Bei den übrigen galt es, mit den Nachbarn zu verhandeln, Tauschgeschäfte anzubieten und Alternativen für ihren Raumbedarf aufzuzeigen.
Die Ausgrabungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Vieles musste per Hand bewältigt werden, da die archäologischen Funde auf engstem Raum beieinander lagen. Auch wenn die Ostapsis nach wie vor nicht von ihren heutigen Grundstücksbesitzern freigegeben worden ist, hat Siegfried Behrens sein großes Ziel dennoch erreicht: Die Kirche mit den freigelegten Bereichen wieder als Ganzes erfahrbar zu machen. Die archäologischen Funde und Gewölberäume wurden von Restauratoren sorgsam und gründlich konserviert. Sie bilden nun ein kleines interessantes Museum.
Dem Ehepaar Behrens liegt an der Zukunft dieses einmaligen Ensembles auf dem Quedlinburger Münzenberg. Deshalb haben sie die treuhänderische Stiftung "Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg" gegründet, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz verwaltet wird. Wir suchen Zustifter für St. Marien, die das Kapital der Stiftung aufstocken. Geben Sie St. Marien eine Zukunft und unterstützen Sie mit Ihrem Beitrag die Klosterkirche auf dem Münzenberg!