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Abdeckungen schützen die Innenausstattungen.
© ML PreissAbdeckungen schützen die Innenausstattungen.

Auf einer Anhöhe inmitten von Mansfeld in Sachsen-Anhalt, ganz in der Nähe der Lutherstadt Eisleben, erhebt sich über einem asymmetrischen Grundriss der stattliche Bau von St. Georg. Bereits seit über 14 Jahren wird die Kirche von in das Mauerwerk eindringendem Regenwasser, Schimmel und weiteren Schädlingen stark bedroht.

 

Laut Inschrift wurde 1497 mit dem Kirchenbau begonnen, wobei der Sockel des leicht querrechteckigen Westturms von der romanischen Vorgängerin stammt. 1520 war die spätgotische unverputzte Bruchsteinkirche mit einem weit nach Norden vortretenden Langhaus und dem dreiseitig polygonalem Chor vollendet worden. Als architektonisch recht unkonventionell zu betrachten sind die querschiffartigen hohen Anbauten nördlich und südlich des Chors.

 

Nicht nur architektonisch hat die Hallenkirche viel zu bieten. So befindet sich im Innenraum eine Ausstattung, die vornehmlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die hölzerne Hufeisenempore besitzt beispielsweise eine außerordentlich reiche Brüstungsmalerei, die auf 49 Tafeln ausschließlich Szenen des Neue Testaments illustriert und immer noch viel Stoff für die Forschung bietet.

 

Doch es befinden sich noch weitere Schätze in der Kirche: eine ganzfigurige Darstellung Martin Luthers von 1540, der Cranach-Schule zugeschrieben, und ein vorzügliches Bildnis der Auferstehung Christi von Lucas Cranach d. J., von 1545. Zudem ziehen drei qualitätvolle Schnitzaltäre in der Kirche die Blicke auf sich: Das Retabel des Kreuzaltars aus einer Leipziger Werkstatt mit der Kreuzigung Christi und der Flügelaltar mit der Geburt Christi als prominenteste Darstellung. Diese beiden Altäre stammen je aus den Jahren um 1510/20. Der dritte Altar mit einer Marienkrönung ist vermutlich um 1492 gefertigt worden.

Eingepackter heiliger Georg als Kanzelfigur.
© ML PreissEingepackter heiliger Georg als Kanzelfigur.

Schimmel und Wasserflecken bedrohen die Ausstattung

Doch diese Kunstwerke sind nun bereits seit fast zwei Jahren verhüllt. Die weißen Abdeckungen sind aufwendig angebracht, um den Staub, herunterfallenden Putz und Feuchtigkeit fernzuhalten, jedoch luftig genug, um die Schnitz- und Bildwerke nicht vermodern zu lassen. Denn durch Schäden im Dach ist in das Mauerwerk Wasser eingedrungen und es haben sich große Schimmel- und Stockflecken gebildet. Bei einer ersten Turmsanierung 1995 ist das gesamte Ausmaß der Schäden am Dach erstmals zutage getreten. Seitdem bemühte sich die Kirchengemeinde um die aufwendige und kostspielige Restaurierung der undichten Ziegeleindeckung und des durch Feuchtigkeit und Käferbefall geschädigten hölzernen Dachstuhls.

 

Im Zuge des landesweiten Lutherprojekts fanden sich 2007 endlich erste Geldgeber für die Restaurierungsphase am östlichen Schiffdach von St. Georg. Das Projekt "Luther 2017", bei dem im Jahr 2017 der 500. Jahrestag der Reformation gefeiert werden soll, stellt den Lutherweg in den Mittelpunkt. Dieser führt auch über Mansfeld, an der Stadtkirche und dem gegenüberliegenden Elternhaus Luthers vorbei.

 

Im Sommer 2009 begann schließlich die zweite Restaurierungsphase im westlichen Bereich des Schiffs. Nach Beendigung wird nach über 14 Jahren das Dach der Stadtkirche wieder dicht sein und die Eimer und Wannen zum Auffangen des Regenwasser könnten weggeräumt werden. Doch um die Arbeiten am Kirchendach abzuschließen und um weitere Restaurierungen an der Ausstattung beginnen zu können, fehlen die Mittel. Dabei wird die Innenausstattung von Schimmel, Feuchtigkeit und herunterfallendem Putz immer noch stark bedroht. Wenn diese wertvollen Bild- und Schnitzwerke Schaden nehmen, könnte dies für die Kunstgeschichte wie auch Religionsgeschichte ein herber Verlust sein, da die Bildwerke und die vorhandenen Inschriften immer noch viele Geheimnisse bezüglich der frühen Reformation und der ersten Lutherschüler bergen.

 

Helfen Sie nun mit, die St.-Georgs-Kirche in Mansfeld zu retten!

 

 

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