Dorfkirche Behrenhoff
Behrenhoff, Mecklenburg-Vorpommern

Dorfkirche Behrenhoff

Kirche in Behrenhoff

Die Kirche im vorpommerschen Behrenhoff erhebt sich im Zentrum des kleinen Dorfes. Mit dem Bau des Gotteshauses wurde im späten 13. Jahrhundert begonnen und bis 1415 als dreijochige und dreischiffige Basilika fertiggestellt. Sie wird im Osten von einem gleichhohen, gerade geschlossenen Chor und im Süden von einer Vorhalle ergänzt. Das aus Backstein in basilikaler Form gemauerte Langhaus sowie die Vorhalle stammen ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert. Der Sockel des südlichen Seitenschiffs besteht, wie der Chor, aus Feldsteinmauerwerk. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Sakristei und das nördliche Seitenschiff abgetragen. Die nördlichen Arkaden wurden ausgemauert und mit Fenstern versehen. Den im Westen der Kirche vorgestellten hölzernen Turm brach man 1816 im Zusammenhang mit der Erneuerung von Giebeln und Dach ab.

Im Inneren wurden 1897/98 Chor-Wandgemälde des 14. Jahrhunderts entdeckt, freigelegt und ergänzt. Sie gelten als einmalig in Pommern und stellen an der Nordwand die Höllenqualen und an der Südwand den Sündenfall und acht Heilige dar. Besonders ins Auge fällt die Darstellung eines Höllenrachens in Gestalt eines Drachenkopfes mit Reißzähnen, in den mehrere Sünder stürzen. Das Hauptschiff mit Achteckpfeilern, ist durch Arkaden nach dem südlichen Seitenschiff geöffnet. Die nördlichen Arkaden wurden im Zuge des Abbruchs des Seitenschiffes zugemauert. Das Mittelschiff besitzt ein achtteiliges Rippengewölbe mit ornamentalen Malereien aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhundert. Der Taufstein aus gotländischem Kalkstein entstand in der 2. Hälfte 13. Jahrhunderts. Zur Ausstattung zählt eine Orgel von A. Fischer von 1858, aus der selben Zeit stammen Kanzel, Gestühl und Empore.

Die Kirche war durch baukonstruktive und bauphysikalische Probleme stark in Mitleidenschaft gezogen: Mauerwerksschäden, Gewölberiss und Schäden an den Fenstern wurden sichtbar. Da man die Fundamente von Sakristei und nördlichem Seitenschiff nur oberirdisch abgetragen hatte, sammelte sich hierin Wasser, was zur Folge hatte, dass sich die Wandflächen durch Salze, Algen und Schimmelpilze stark verfärbten und auch die mittelalterlichen Wandmalereien gefährdeten. Zwischen 2012 und 2017 wurden für die Instandsetzung des Daches, des Westgiebels, der Gewölbe und des Chores Mittel in insgesamt sechsstelliger Höhe zur Verfügung gestellt.

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Feldstein- und Backsteinbau, Chor 1. Hälfte 13. Jh., Langhaus Anfang 14. Jh. als Basilika, eingreifende Umbauten im 17. und 19. Jh., Förderung 2012-14, 2016-17

Adresse:
17498 Behrenhoff
Mecklenburg-Vorpommern