Dorfkirche
Wust, Sachsen-Anhalt

Dorfkirche

Seltene Unikate aus Sandstein

Die Dorfkirche von Sydow ist eines von drei romanischen Sakraldenkmalen in Wust im Landkreis Stendal. Wie in vielen Dörfern im Elbe-Havel-Winkel ist auch die Kirche in Sydow eine spätromanische Backsteindorfkirche. Wer das schöne gotische Friedhofsportal durchschreitet und einen Blick auf die Kirche wirft, entdeckt die vielen baulichen Eingriffe - mal schön, mal schöner. Doch im Innern erwarten den Besucher gleich mehrere „Schätze“. Vorhanden sind zwei Unikate aus Sandstein, die barocke Kanzel und die Taufe. Höhepunkt allerdings ist das mittlere Fenster der Apsis - später mehr dazu.

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Spätromanischer Backsteinsaal

Der spätromanische Backsteinsaal der Dorfkirche von Sydow entstand um 1220-50. Der Saal wird im Osten ergänzt von einem eingezogenen, quadratischen Chor mit halbkreisförmiger Apsis und im Westen von einem Querturm. Der Ortsteil Sydow wurde erstmals in dem von 1370 bis 1400 zusammengestellten Lehnsregister des Erzbischofs von Magdeburg als Sydowe und Zidow erwähnt. Um 1415 gelangte das Pfarrdorf mit Rittergut in den Besitz der Familie derer von Hopkorf, die auch das dortige Kirchenpatronat ausübte. Als der letzte Erbherr der Familie 1660 verstarb, übernahm wenige Jahre später Hans Christoph von Katte (1611-81) das Patronat der Kirche zu Sydow. Die Familie derer von Katte hatte das Patronatsrecht bis zur Enteignung im Rahmen der Bodenreform von 1946 inne.

In die Sydower Dorfkirche wurde im 18. Jahrhundert eine Herrschaftsloge eingebaut, der ehemals hölzerner Turmaufbau 1949 durch den aktuellen Turm ersetzt. Die aufgehende Sonne erleuchtet durch dieses Fenster das Herz der Kirche, den Altar. Es ist mit bisher im norddeutschen Raum erstmalig entdeckten romanischen Perspektivmalereien ausgestattet. Das um das Fenster laufende Band besticht durch seine Intensität und Schönheit. Diese Art und Weise der romanischen Wandmalerei ist vor allem aus Kirchen Süddeutschlands (u. a. auf der Reichenau) und Norditaliens bekannt.

Ab 2008 gefördert

Im Jahr 2008 förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz statische Untersuchung und Notsicherung der historischen Malereien in der Apsiskalotte, außerdem nochmals Mauerwerkssanierung in Apsis und Chor im Jahr 2010.

Adresse:
Dorfstraße
39319 Wust
Sachsen-Anhalt