Der Alte Turm in Mettlach, im Jahr 989 errichtet, ist nicht nur
das älteste Bauwerk des Saarlandes, er stellt auch eine der
verdienstvollsten denkmalpflegerischen Leistungen des 19.
Jahrhunderts dar. Einst war er Teil eines Benediktinerklosters, das
der fränkische Adelige Liutwin schon in der zweiten Hälfte des 7.
Jahrhunderts gegründet hatte. Die erste Anlage blieb jedoch nur bis
in das 10. Jahrhundert bestehen, als der damalige Abt, der Ire
Lioffin, den Mettlacher Turm als Grabkirche für den heilig
gesprochenen Gründer errichten ließ.
An seinen oktogonalen Zentralbau nach rheinischem Vorbild
schloss sich im Osten ein Rechteckchor an, im Westen ein
dreijochiges Schiff. Der Turm selbst, heute einziger Überrest
dieser Zeit, hatte die Funktion einer Doppelkirche: Das
Untergeschoss war Liutwin gewidmet, während sich im Obergeschoss
eine Marienkirche befand. In gotischer Zeit wurde der Grabbau mit
einem Sternrippengewölbe weiter ausgeschmückt, doch schon in den
Kriegsjahren des 16. Jahrhunderts setzte der Niedergang des
Klosters ein.
1728 wurden zwar die Abteigebäude barock erneuert, der Alte Turm
jedoch, nun nicht mehr kirchlich genutzt, dem Verfall preisgegeben.
Als man nach der Aufhebung des Klosters schließlich die
Dachkonstruktion ausbaute, um sie als Baumaterial zu verwenden,
stürzten das Treppentürmchen und das Obergeschoss ein.
Glücklicherweise aber nahm sich nun die Familie Boch des Turmes an,
die das Anwesen 1809 von der französischen Verwaltung gekauft und
zum Sitz ihrer keramischen Fabrik Villeroy und Boch gemacht hatte.
Eugen Boch war es, der 1851 die Rettung des Turmes in Angriff nahm,
behutsam die Chorseite schließen und die eingestürzten Teile
originalgetreu wiederaufbauen ließ.
Zu seinem tausendjährigen Jubiläum im Jahr 1989 bedurfte der Alte Turm erneut der Hilfe. Der weiche Sandstein war von Wind und Regen angegriffen, Wasser in das Mauerwerk aufgestiegen und das Dach beschädigt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Sanierung dieses bedeutenden ottonischen Bauwerks.