Wenn hier der Wind weht, wird es laut. Berlin-Schöneberg: Oben in der sechsgeschossigen Alten Mälzerei hallt ein Knarren und Quietschen durch die dunklen, leeren Gänge des Gebäudegiganten. Auf dem Dach sitzen vier riesige Entlüftungstürme, die sogenannten Darrentürme. Ihre aufgesetzten Metallkappen drehen sich im Wind. Und das seit rund 100 Jahren alles andere als geräuschlos.
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Ehemals größte Mälzerei Europas
Die vier Schornsteine mit ihren Kappen, die aussehen wie riesige Ritterhelme, sind schon von weitem zu sehen und gelten als ein Wahrzeichen Berlin-Schönebergs. Sie dienten ursprünglich dazu, die feuchte Luft abzuziehen, um das Malz zu trocknen. Dabei sind die Kappen so konstruiert, dass sie sich mit dem Wind drehen und im Inneren des Gebäudes einen Luftzug erzeugen.
1914 hatte die Schultheiss-Brauerei beschlossen, eine moderne Mälzereianlage in der damals noch eigenständigen Stadt Schöneberg zu errichten. Das zwischen 1914-17 nach Plänen des Architekten Franz Schlüter errichtete Mälzereigebäude mit seinen vier Darrentürmen ist sicher der markanteste Bau auf dem denkmalgeschützten Industriegelände. Zeitgleich entstand das Verwaltungs-, Maschinen- und Kellereigebäude - zudem ein Waggonschuppen, ein Pferdestall und eine Lagerhalle. Nach ihrer Erbauung galt die Anlage als größte Mälzerei Europas. Nachdem die Malzfabrik im Zweiten Weltkrieg leicht beschädigt wurde und die russischen Besatzer das technische Gerät mitgenommen hatten, wurde der Betrieb erst 1950 wieder aufgenommen. Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Schultheiss-Brauerei hier ihren Betrieb nach und nach eingestellt. Ihre Bauten sind bis heute weitgehend im Originalzustand erhalten. Die Räumlichkeiten der Malzfabrik und insbesondere die Alte Mälzerei sind durch ihren industriellen Charme eine beliebter Ort für fast jede Art von Veranstaltungen. Zahlreiche kreative Firmen haben sich hier niedergelassen, die sich alle durch ökologische Nachhaltigkeit auszeichnen.
Großer Sanierungsbedarf am Dach
Das Markenzeichen der Malzfabrik - die Darrentürme - konnten mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz instandgesetzt werden. Restauriert, gesandstrahlt und mit ihrem originalen Farbton überzogen, grüßen sie wieder über die Dächer Berlins. Darüber hinaus konnten verschiedene Dachbereiche dieses erfolgreich umgenutzten Industriedenkmals mit Hilfe der Stiftung saniert werden.
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Sechsgeschossiger roter Backsteinbau, 1914-17 nach Plänen von Franz Schlüter, Förderung 2012/13, 2015/16
Adresse:
Bessemerstr.
12103 Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Berlin
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