Schönhof (Brüderstraße)
Görlitz, Sachsen

Schönhof (Brüderstraße)

1031 wurde die an der Neiße gelegene Stadt Gorelic erstmals erwähnt. Dank ihrer Lage am Schnittpunkt der "Via regia" und der "Böhmischen Straße" entwickelte sich die um 1200 unterhalb einer Burg entstanden Stadt im Mittelalter schnell zu einem bedeutenden Handelspunkt. Von besonderer Bedeutung war der Handel mit Waid aus Erfurt und Tuch aus heimischer Produktion. Vom Reichtum der Bürger zeugen die großen Hallenhäuser der Altstadt. Nach einem Brand 1525, der einen großen Teil der mittelalterlichen Bauten zerstörte, wurde die Stadt unter der Anleitung des Ratsbaumeisters Wendel Roskopf d. Ä. (um 1480-1549) einheitlich im Stil der Renaissance wieder aufgebaut. Der Schönhof gehörte schon vor dem Stadtbrand den vornehmsten Görlitzer Familien. Im 15. und 16. Jahrhundert war er ein komfortabel ausgestattetes Repräsentationsgebäude und diente Görlitz über 200 Jahre als fürstliches Gästehaus, in dem zum Beispiel die böhmischen Könige Wenzel IV. und Albrecht II. logierten. Der Gebäudekomplex besteht aus drei älteren Hauseinheiten, die beim Neubau 1526 vereint wurden. Der Ostteil des Baus liegt in der Flucht des Ensembles Untermarkt 2-5 und wird im Erdgeschoss durch die Laube eingebunden. Über beide Obergeschosse erstreckt sich ein Eckerker in reicher Sandsteinarchitektur. Die unterschiedlich angeordneten Fenster zeigen die für Wendel Roskopf charakteristischen Pilaster und Gesimse. Der Renaissancebau ist über zwei Höfe mit einem 1832 entstandenen Malzhaus und einem Brauhaus aus der gleichen Zeit verbunden. Das Innere des Schönhofs ist seit dem 17. Jahrhundert mehrfach verändert worden und neben der Fassadenarchitektur besonders hervorzuheben. Die prächtigen bemalten Holzdecken und Wandmalereien gelten als repräsentatives Beispiel für bürgerliche Innenraumdekorationen der Frührenaissance. Seit Mai 2006 beherbergt der Görlitzer Schönhof das Schlesische Museum. Mit der Sicherung des Gebäudes, das viele Jahre leergestanden hatte, begann man Mitte der 1980er Jahre. Die Kosten für die Sanierung, die nach der Wende durchgeführt wurde, und den Umbau zum Museum teilten sich der Bund, der Freistaat Sachsen, die Stiftung Schlesisches Museum, das Regierungspräsidium Dresden sowie die Altstadtstiftung und die Stadt Görlitz als Eigentümerin des Schönhofs. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich - auch dank großzügiger Spenden der Peter Blancke-Stiftung - an der Sanierung von Fassaden, Eingangsportalen und -toren sowie an der Restaurierung von Holzbalkendecken und Wandmalereien mit rund 133.000 Euro.

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Verputzter Renaissancebau mit Laube, 1526 von Wendel Roskopf d.Ä., Umbauten 1617 und 1716/17, Förderung 2001-05, 2008, 2010

Adresse:
Brüderstraße
02826 Görlitz
Sachsen