Friedenskirche
Potsdam, Brandenburg

Friedenskirche

Symbol des „christlichen Preußen“

Sie zählt zu den Höhepunkten im Park Sanssouci, gehört zum UNESCO Welterbe, ist ein Magnet für unzählige Touristen und der Stolz der Potsdamer: Die Friedenskirche. Einst Vorzeigekirche der Hohenzollern, ist sie heute auch aufgrund ihrer Lage direkt am extra angelegten Friedensteich eine beliebte Hochzeitskirche.100 Jahre nach der Grundsteinlegung des Schlosses Sanssouci ließ der architekturbegeisterte Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die Kirche ab 1845 durch den Hofarchitekten Ludwig Persius, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels, erbauen. Der religiöse König plante die Friedenskirche als Legitimation seiner auf dem Gottesgnadentum beruhenden Herrschaft. Der Bau als Symbol des „christlichen Preußen“ sollte jedoch gleichzeitig die Aussöhnung zwischen den Konfessionen versinnbildlichen, war Friedrich Wilhelm doch mit der katholischen Prinzessin Elisabeth verheiratet.

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Ein Stück Italien in Potsdam

Eine zehnwöchige Italienreise hatte Friedrich Wilhelm im Jahr 1828 nachhaltig beeindruckt. Besonders die von frühchristlich-mittelalterlichen Prinzipien geprägte Architektur Italiens war für den tief gläubigen Monarchen ein Gegenentwurf zu dem von ihm empfundenen moralischen Niedergang im 19. Jahrhundert, ausgelöst durch die Industrialisierung und den Anspruch auf bürgerliche Mitsprache. Die von ihm so geschätzten „urchristlichen“ Bauformen sollten auch am Rande des Parks Sanssouci Verwendung finden.

7.000 architektonische Zeichnungen, die der Preußenkönig eigenhändig anfertigte, haben sich bis heute erhalten. Einige davon galten der Friedenskirche, deren Bau er maßgeblich mitbestimmte. Mehrfach musste Persius seine Pläne für den Preußenkönig anpassen. Als Vorlage für dreischiffige Säulenbasilika diente dem König ein Kupferstich der Kirche San Clemente in Rom. Er ließ sie mit einem Mosaikboden und einer tiefen Kassettendecke auskleiden. Daneben wurde der frei stehende Glockenturm nach dem Vorbild der Campanile von Santa Maria in Cosmedin in Rom errichtet, der mit seiner Höhe von 42 Metern weithin sichtbar ist.

Die Apsis der Kirche schmückt ein original erhaltenes, ursprünglich aus der Benediktinerkirche San Cipriano im italienischen Murano stammendes Apsis-Mosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert, das nach Abriss der Kirche auf dem Wasserweg nach Potsdam gebracht wurde.

Hilfe dringend benötigt

Hhinter der beeindruckenden Fassade der Friedenskirche sieht es weniger glanzvoll aus: Das Gebäude ist in einem äußerst schlechten Zustand! Eile ist geboten: Soll die Kirche auch in Zukunft noch eines der bedeutendsten Denkmale Potsdams bleiben, sind erhebliche Mittel erforderlich. Denn eine Gesamtinstandsetzung des Baus ist mittlerweile unausweichlich. Schäden am Glockenturm, kaputte Dächer über den Seitenschiffen, teilweise brüchige Marmorfußböden, die Taufkapelle und nicht zuletzt das wertvolle venezianische Apsismosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert müssen nach und nach wiederhergestellt werden.

Historistische Säulenbasilika mit Narthex und Campanile, 1848 nach Plänen von Ludwig Persius und Friedrich August Stüler, Förderung 2015-2018

Adresse:
Am Grünen Gitter
14469 Potsdam
Brandenburg