Goetz-Haus

Das zweigeschossige Wohnhaus in der Lützner Straße zählt zu den wenigen erhaltenen Biedermeierhäusern aus der vorgründerzeitlichen Epoche Leipzigs. Das ältere Hauptgebäude entstand etwa 1823. Es ist eines der letzten Zeugnisse der ehemals dörflichen Besiedlung von Leipzig-Lindenau. Der Bau sowie sein um 1860 entstandener Anbau liegen an der Hauptausfallstraße in Richtung Westen und damit in einer städtebaulich signifikanten Lage. Das Gebäude war Wohn- und Wirkungsstätte von Dr. Ferdinand Goetz (1855-1915), einer wichtigen bürgerlichen Persönlichkeit der deutschen Turngeschichte. Goetz leitete die weltgrößte Turnorganisation, die Deutsche Turnerschaft, von 1860 bis zu seinem Tode als deren Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender. Während dieser Zeit entwickelte sich das Haus in der Lützner Straße zum Mittelpunkt des Geschäftslebens der Deutschen Turnerschaft und wurde Ort der Begegnung. Das von Goetz 1877 eingerichtete Archiv der Deutschen Turnerschaft, später Bibliothek, wurde lange Jahre in Lindenau geführt und betreut. 2001/2002 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Instandsetzung des Daches und der Außenfassaden des Gebäudes gefördert und sich an der Wiederherstellung der historischen Paneele und der einstigen Farbgebung im Inneren des Hauses finanziell beteiligt.

Spenden Sie jetzt für Wohnbauten & Siedlungen

Zweigeschossiger Putzbau, 1823, Anbau 1860, Förderung 2001/02

Adresse:
Lützner Straße
04177 Leipzig
Sachsen