Historische Hängegärten
Riedlingen, Baden-Württemberg

Historische Hängegärten

Ein Gartenkunstwerk der Renaissance

Wer in dem historischen Hängegarten in Neufra an der Donau vor allem hängende Pflanzen erwartet, ist überrascht. Stattdessen findet er einen geometrisch geordneten Renaissancegarten vor, der sich auf einem Plateau befindet. Sein Erbauer hatte als Diplomat Europa bereist und kannte sicher die auf Terrassen angelegten Renaissancegärten Italiens. Möglicherweise orientierte er sich auch am Garten des Prager Hradschin, der auf einem Plateau errichtet und nur über eine Brücke erreichbar war. Der Renaissancegarten in Neufra wurde am Ende der 1980er Jahre rekonstruiert. Für das tragende Bauwerk, aber auch für die Pflege und den Erhalt der Pflanzen, benötigt es dringend Unterstützung. Helfen Sie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dieses besondere Gartenkunstwerk zu erhalten!

Spenden Sie für die historischen Hängegärten in Neufra!


Einheit von Architektur und Natur

Wie in der Kunst fand in der Renaissance auch für die Gartenarchitektur eine Wiederbesinnung auf die Ästhetik und die Ideen der Antike statt - wenngleich in Deutschland deutlich weniger ausgeprägt als in Italien. Symmetrische Formen wurden der Natur entlehnt und die Pflanzen dafür in Form gebracht. Der Garten diente nicht mehr nur der Versorgung, sondern auch der Erholung, Zerstreuung und Kontemplation. Hierfür sorgte auch eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Gestaltungselemente wie Sichtachsen, Begrenzungen, Laubengänge, Wasserspiele und Sitzplätze stellten eine Einheit mit der Architektur der angrenzenden Gebäude her, ohne letztere - wie später im Barock - in den Vordergrund zu stellen.

Als Graf Georg von Helfenstein sein Schloss mit der Arbeitskraft von 202 Leibeigenen in den Jahren 1569 bis 1573 erneuerte, entstand auch der Renaissancegarten. Um den Schlossberg zu stabilisieren, ließ er eine mächtige Stützmauer errichten. Ihr schließen sich insgesamt 14 Gewölbe an, mit denen der Berg erweitert wurde, sodass auf ihnen der „Hängegarten“ direkt neben dem Schloss angelegt werden konnte. Mit der symmetrischen Anordnung der Pflanzen, der Begrenzung des Gartens durch eine niedrige Mauer und die Aussichtspavillons an den Ecken der Nord- und Westseite kann sich der Besucher heute immer noch wie im 16. Jahrhundert fühlen. Letztere laden zunächst mit ihren geschwungenen Dächern ein, näher zu kommen, um dann mit einem weit schweifenden Blick ins Tal zu belohnen.

Erhalt eines lebenden Denkmals

Gartendenkmale sind immer lebendig. Pflanzen leben nicht ewig, sie vermehren sich, wo sie nicht sollen oder gehen trotz sorgfältiger Pflege an manchen Stellen ein. So erfordert auch der Hängegarten in Neufra eine ständige Pflege, die die ursprüngliche Planung stets im Auge behält. Darüber hinaus gilt es, die Stützkonstruktion zu erhalten, die den Garten und auch das Schloss trägt. Helfen Sie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Bepflanzung zu erneuern und die Stützmauer zu restaurieren!

Garten, im 16. Jahrhundert im Renaissancestil angelegt; Rekonstruktion in den 1980 Jahren; Förderung 2020

Adresse:
88499 Riedlingen
Baden-Württemberg