Haus Stapel

Als „die Kalksteins“ soll Dichterin Annette von Droste-Hülshoff einmal die im Haus Stapel lebende Familie ihres Onkels bezeichnet haben. Er und seine Frau Maria Theresia Freiin von Kerckerinck zu Stapel hatten 22 Kinder – eine Großfamilie, die dringend Platz benötigte. Daher wurde für die Familie zwischen 1809 und 1827 das heutige Schloss mit 55 Zimmern errichtet. Ernst Konstantin Freiherr von Droste zu Hülshoff beauftragte dafür den Münsteraner Architekten August Reinking mit der Planung der repräsentativen, aus gelben Baumberger Sandsteinquadern errichteten Anlage. Der Baumberger Sandstein ist gelegentlich nicht besonders haltbar, wie auch die Droste schon spitz bemerkte. Doch nicht nur die Bausubstanz missfiel ihr. Auch ihre Cousinen stießen auf wenig Gegenliebe. Als untalentiert bezeichnete die Dichterin die Mädchen, denen sie zu ihrem Leidwesen regelmäßig Privatstunden erteilen musste. Heute finden im Haus Stapel keine Unterrichtsstunden mehr statt, sondern Konzerte. Zwei Mal im Jahr wird die Schlossanlage für Besucher geöffnet, die vor Konzertbeginn den Innenhof, den Park sowie das Treppenhaus und den Festsaal besichtigen können. Im Jahr 2011 beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an verschiedenen Sanierungsarbeiten, um die Folgen von Wasserschäden zu beheben. Dazu gehörte auch die Instandsetzung des sogenannten Tigerzimmers mit einer 1815 angefertigten Handdrucktapete, die Szenen des indischen Tempeltanzes sowie der Tiger- und Leopardenjagd zeigt. Zudem musste die Bibliothek mit zahlreichen wertvollen Büchern dringend restauriert werden.

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Klassizistischer Bau aus gelben Sandsteinquadern, 1819-27 nach Plänen von August Reinking, Förderung 2011

Adresse:
Gennerich
48329 Havixbeck
Nordrhein-Westfalen