Ehem. Synagoge Stavenhagen
Stavenhagen, Mecklenburg-Vorpommern

Ehem. Synagoge Stavenhagen

Vom Nachbarn in der Progromnacht gerettet - und auch später!

1820 bestand in Stavenhagen nachweislich die fünftgrößte jüdische Gemeinde im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Wohlmöglich wurde die Synagoge aber bereits um 1740 zusammen mit einem Gemeindehaus errichtet. Der Denkmalwert des Gebäudes ist vor allem durch die geschichtliche Bedeutung gegeben, die Synagoge ist eines der wenigen jüdischen erhaltenen Gotteshäuser Mecklenburgs. In der Pogromnacht im November 1938 wurde in der Synagoge Feuer gelegt. Es wurde aber von einem Nachbarn schnell gelöscht – der Bau blieb als eine der wenigen Synagogen in Nazi-Deutschland unzerstört. Trotzdem endete 1942 die Geschichte der jüdischen Gemeinde Stavenhagen. Damals wurden die letzten neun Juden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Danach wurde in der Synagoge eine Tischlerwerkstatt eingerichtet. Ab 1986 stand das Gebäude schließlich leer und verfiel.

Als Fachwerkbau mit Ziegelausmauerungen und biberschwanzgedecktem Walmdach umfasste das Gebäude einst einen großen Betsaal, in dem auf der Westseite eine Frauenempore integriert war. Der Saal wurde über hohe Kreuzstockfenster mit Stichbogen belichtet, sein Hauptzugang lag auf der Südseite, auf der Nordseite der zur Frauenempore. In Resten erhalten sind die Treppe zur Empore an der Westseite und auch geringe Reste einer grauen Schablonenmalerei.

Die in Westdeutschland lebende Enkelin des Tischlers, die das Gebäude 1990 geerbt hatte, gehörte 2011 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Alte Synagoge". Über einen Erbpachtvertrag überließ sie schließlich dem Verein das ehemalige Gotteshaus. Nachdem es jahrzehntelang eine Ruine war, wurden von 2013-15 mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Sanierung von Dach, Fassaden und Fenstern sowie des Innenputzes gefördert.

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Schlichter Fachwerkbau mit Walmdach, vermutlich um 1740, Förderung 2012, 2015-16

Adresse:
Malchiner Str.
17153 Stavenhagen
Mecklenburg-Vorpommern