Jüdisches Museum Franken

Früher Synagoge - heute Jüdisches Museum

In Schnaittach hat sich mit der ehemaligen Männerschule, der Synagoge mit Vorsängerhaus, Mikwe, Rabbinerhaus und dem Judenschulklopferhaus ein wichtiges Ensemble des Landjudentums erhalten. Die Synagoge ist ein Werksteinbau mit Rundbogenfenstern und Fachwerkgiebel, an das sich das ehemalige Vorsängerhaus und das Schulhaus als Traufseithaus mit einem Sichtfachwerkobergeschoss aus dem 17./18. Jahrhundert anschließen. Der Ursprungsbau der Männersynagoge entstand 1564/69 als Werksteinbau mit Rundbogenfenstern und Fachwerkgiebel. Der südlich anschließende Frauenbetraum, die sogenannte Frauenschul, entstand 1735/36 in Fachwerkbauweise und ist mit dem Hauptraum durch Fensternischen verbunden.

Das Vorsängerhaus entstand 1687 zwischen Synagoge und Schulklopferhaus und wurde dem Vorsänger als Wohnung zugewiesen. Im Keller findet sich eine Mikwe. Das Rabbinerhaus wurde 1687 neu erbaut.

Der Süd-Fachwerkgiebel der Frauenschule war einsturzgefährdet. Alle Gefachausmauerungen waren locker oder hatten sich bereits gelöst. Eingedrungene Feuchtigkeit förderte Pilzbefall und Larvenfraß von Hausbockkäfern. Seit 2011 fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierung des südlichen Fachwerkgiebels. Bei dieser Sanierung mussten etwa 80 Prozent der Fachwerkhölzer erneuert werden, da sie in einem sehr schlechten Zustand waren.

In dem Gebäudeensemble ist ein Museum von internationaler Bedeutung eingerichtet - Besucher aus 55 Nationen waren bereits zu Besuch. Das Jüdische Museum Franken ist mit dem Heimatmuseum unter einem Dach zusammengelegt und erfreut sich nicht nur großer Beliebtheit bei jüdischen Besuchern, die nach Deutschland kommen, um ihrer Vergangenheit nachzugehen. Das Baudenkmal hat einen hohen Erinnerungswert und ist für Schulklassen anschauliches Zeugnis jüdischer Geschichte in Franken.

Anlage aus Synagoge, Rabbinerhaus und Mikwe, im Kern 17. Jh., Anbauten 18. Jh., Förderung 2011

Adresse:
Museumsgasse
91220 Schnaittach
Bayern