Kanitz-Kyaw'sche Gruft

Das im Niederdorf gelegene Barockschloss Hainewalde war seit der Mitte des 18. Jahrhunderts Sitz des Lausitzer Adelsgeschlechts von Kanitz. Auf dem Friedhof des Ortes, an der Stelle, an der sich nach örtlicher Überlieferung das früheste Herrenhaus befunden haben soll, ließ Otto Ludwig von Kanitz 1715 die Ruhestätte der Linie Kanitz-Kyaw errichten. Er beauftragte den böhmischen Bildhauer Franz Biener mit der Gestaltung des herrschaftlichen Grufthauses, das heute zu den bedeutendsten Sepulkralbauwerken Sachsens zählt – die im Volksmund so genannte "Hainewälder Ungeduld". Biener schuf einen verputzten Ziegelbau auf quadratischem Grundriss, dessen üppige sandsteinerne Fassadengestaltung vollkommen symmetrisch angelegt ist. Alle vier Seiten des Baus sind mit aufwändigen Volutengiebeln versehen und an den Ecken des Gesimses mit Flammenvasen geschmückt. Die Mittelachse der Fassaden markiert an drei Seiten eine große Grabplatte, im Westen ist an entsprechender Stelle der Eingang platziert. Darüber sorgt jeweils ein Rundfenster für die Belichtung des Innenraums. Sechzehn stark bewegte allegorische Figuren stellen der irdischen Trübsal die himmlische Freude gegenüber. Den Eingang unter dem Kanitz-Kyaw’schen Wappen bewachen der Tod als Triumphator und eine Allegorie der Gesundheit, das Dach bekrönt ein Gerichtsengel mit Posaune. Das Innere des Baus ist äußerst schlicht gehalten. Ursprünglich waren hier die Särge von Otto Ludwig von Kanitz und seiner Frau Viktoria aufgestellt, seit den 1950er Jahren wird der Raum als Aufbahrungs- und Trauerhalle für weltliche Beerdigungen genutzt. Die Gruft ist zuletzt 1993 restauriert worden, durch mangelhafte Oberflächenentwässerung litten Wände und Natursteinschmuck jedoch schon bald erneut Schaden. In den Jahren 2000 bis 2002 hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Instandsetzung der Fassaden des Baus beteiligt. Neben Entwässerungsarbeiten und der restauratorischen Befunduntersuchung unterstützte sie auch die Restaurierung der Sandsteinelemente.

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Barocker Putzbau, 1715, vermutlich von Franz Biener, Förderung 2000-02, 2007

Adresse:
Am Kirchberg
02779 Hainewalde
Sachsen