Katharinenkirche
Oppenheim, Rheinland-Pfalz
dunkel, Außenansicht, Kirchturm, blauer Himmel, Schatten, Baum

Katharinenkirche

Oppenheim am Rhein ist aus drei Siedlungskernen hervorgegangen, die sich im frühen Mittelalter um einen ehemaligen fränkischen Königshof, eine Burg und einen Straßenmarkt gebildet hatten. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wuchs unterhalb der Burg Landskron eine zweite Marktsiedlung heran, in deren Zentrum die Katharinenkirche entstehen sollte, eine der bedeutendsten Schöpfungen rheinischer Maßwerkgotik. Sie wurde im Zuge einer 1226 begonnenen Stadterweiterung errichtet und präsentiert sich als imposante Gruppe von Bauteilen verschiedener Epochen: Den östlichen Abschnitt des Gebäudes prägt eine hochgotische Basilika mit kurzem Langhaus und einem Ostchor zwischen zwei Seitenchören, in der Mitte erheben sich die Westtürme des spätromanischen Gründungsbaus, im Westen schließlich ergänzt ein zweiter mächtiger Chor aus spätgotischer Zeit die harmonische Gesamtanlage. Die Katharinenkirche besaß eine reiche mittelalterliche Ausstattung, die jedoch 1565, auf dem Höhepunkt des Bildersturms der Reformationszeit, vollständig untergegangen ist. Auch von ihren mit wertvollen Glasmalereien geschmückten Fenstern blieben nur wenige erhalten, da die Franzosen 1689 die Stadt mitsamt der Kirche niederbrannten. Schon ab 1697 bemühte man sich, die Katharinenkirche wiederherzustellen, ihr Westchor aber blieb Ruine. In diesem Zustand befand sich der Bau bis ins 19. Jahrhundert, das ihn zum Objekt der neu erwachten Denkmalbegeisterung erhob: 1834–45 fand eine erste Restaurierung unter der Leitung des Mainzer Provinzialbaumeisters Ignaz Opfermann statt, 1873 gründete sich ein Bauverein, 1878–89 erfolgte eine zweite Restaurierung unter der Leitung des Wiener Dombaumeisters Friedrich v. Schmidt. So sind die Gewölbe des Mittelschiffs und das Strebewerk des nördlichen Langhauses nach erhaltenen Resten entstandene Rekonstruktionen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Wiedereinwölbung des Westchors erfolgte bei einer dritten Restaurierung 1934–37. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat eine in den 1990er Jahren erfolgte Generalsanierung der Oppenheimer Katharinenkirche großzügig gefördert.

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Sandsteinbasilika mit Ost- und spätgotischem Westchor, 1. Hälfte 13.-15. Jh., 1689 ausgebrannt, Gewölbe erst im 19./20. Jh. frei rekonstruiert, Förderung 1998-2000, 2002/03

Adresse:
55276 Oppenheim
Rheinland-Pfalz