Löwenvilla

Die sogenannte Löwenvilla in der Jägervorstadt ist ein prachtvolles Gebäude, das in den Formen des Neobarocks und Jugendstils errichtet wurde. Das Haus entstand mit seinen Nebengebäuden und dem Garten im Jahr 1905 nach einem Gesamtentwurf des Architekten Lorenz aus Hannover. Insbesondere das Wohnhaus und die regelmäßige Terrassenpartie des Gartens sind in ihrer Dimensionierung, der Lage und der Ausrichtung gestalterisch eng miteinander verbunden. An der Schauseite des Gebäudes befindet sich die von Löwenskulpturen flankierte Freitreppe, ein ausladender Balkon sowie großzügige Fenster und reiche ornamentale Verzierungen. Die Gartenfront ist schlichter gestaltet: Balkon, Dachterrasse, Wintergarten sowie großzügige Fensterpartien und erkerartige Austragungen bilden eine optische Verknüpfung des Gebäudes mit dem Garten. Vom Wintergarten aus führt eine geschwungene Treppe ins Freie und vermittelt einen Übergang von den Salons im Inneren zum über 2.200 qm großen Garten in Hanglage. Die bemerkenswerte Innenausstattung der Villa ist weitgehend erhalten. Der Gartenkünstler Julius Trip, ehemaliger Stadtgartendirektor von Hannover, bettete die Anlage harmonisch in den Hang ein, die aus einer axialsymmetrischen Terrasse mit Treppe besteht. Eine Grotte, ein Laubengang aus Holz sowie ein acht Meter hoher Pavillon und das Kutscherhaus komplettieren die Gartenarchitektur. Bauherr des Ensembles war der Berliner Bankier Georg Rohn, der dafür einen umfangreichen finanziellen Rahmen zur Verfügung stellte. 1932 bezog die Familie von der Lancken das Grundstück. Oberstleutnant Fritz von der Lancken gehörte zu den Frauen und Männern des 20. Juli 1944. In seinem Haus fanden wiederholt konspirative Treffen statt und er versteckte dort die beiden Sprengstoffpakete für das Hitlerattentat in der Wolfsschanze. Noch 1952 wurde die Villa als Gästehaus und Wohnheim der Pädagogischen Hochschule Potsdam genutzt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte im Jahr 2001 die beiden Löwenfiguren sowie die Grundstücksmauer und die Balkone.

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Neubarocker Bau, 1905 nach Entwurf von Emil Lorenz, Förderung 2001

Adresse:
Gregor-Mendel-Straße
14469 Potsdam
Brandenburg