Mausoleum Strousberg, Matthäuskirchhof
Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Berlin
Aussenansicht, Gesamtansicht, Herbst, Grabstätte, Erbbegräbnis Strousberg, Mausoleum des "Eisenbahnkönigs" Bethel Henry Strousberg, Grabbau, Backsteinbau, neugotisch, vorspringendes Fassadenmittelteil, flachere Seitenflügel, Satteldach über Mittelteil, Pultdächer über Seitenteile

Mausoleum Strousberg, Matthäuskirchhof

Die Geschichte Heinrich Strousbergs ist eine tragische. In London aufgewachsen, erlernte er den Beruf des Kaufmanns. Anfang der 1850er Jahre verschlug es ihn nach Berlin. Dort verwandelte sich der Geschäftsmann innerhalb kurzer Zeit in den größten Wirtschaftsmagnaten seiner Zeit. Durch riskante Spekulationen mit Aktien kam Strousberg zu einem enormen Vermögen, das er in Großprojekte – insbesondere in den Eisenbahnbau – investierte. Strecken in Deutschland, Ungarn, Russland und Frankreich brachten ihm den Namen „Eisenbahnkönig“ ein. In einem Brief an Karl Marx schrieb Friedrich Engels: „Der größte Mann in Deutschland ist unbedingt der Strousberg. Der Kerl wird nächstens deutscher Kaiser. Überall wohin man kommt spricht alles nur von Strousberg.“ Dieser gab sich jedoch mit Eisenbahnen nicht zufrieden. Er kaufte Fabriken, Grundstücke sowie Bergwerksanlagen und gründete 1866 die Zeitung „Die Post“ und den Berliner Viehmarkt an der Brunnenstraße. Gleichzeitig kümmerte er sich um seine Arbeiter: Gute Löhne und zusätzliche Sozialleistungen zählten zu seinem Engagement. Sein Imperium erlitt jedoch große Schäden durch den „Gründerkrach“ – die erste große Wirtschaftskrise in Deutschland. 1875 musste er in Preußen, Österreich und Russland Konkurs anmelden. Kurze Zeit später wurde er in Russland wegen Kreditvergehen angeklagt, verhaftet und verurteilt. Strousberg starb 1884 verarmt in Berlin. Sein Familienmausoleum auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof geht wahrscheinlich auf seinen Hausarchitekten Augst Orth zurück. Der unverputzte Ziegelbau über der Gruft hingegen wurde von Bandke und Breidscheider übernommen. Dabei wird das Portal von zwei Spitzbogenfenstern gerahmt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte zwischen 2010 und 2012 die Sanierung des Bauwerks. Dabei wurde die Außenhülle instandgesetzt und Maurer-, Zimmer- und Dacharbeiten finanziell unterstützt. In einem zweiten Bauabschnitt wurde auch der Innenraum restauriert.

Neugotischer Ziegelbau, vermutlich 1874/75, Förderung 2008, 2010-17

Adresse:
Großgörschenstr.
10829 Bezirk Tempelhof-Schöneberg
Berlin