Radioteleskop Stockert
Bad Münstereifel, Nordrhein-Westfalen
Sommer, Wolken, Aussenansicht, Gesamtansicht, "Astropeiler Stockert", Radioteleskop, eingeweiht 17. September 1956, 25 m Parabolspiegel, 100 m Spiegeldurchmesser,

Radioteleskop Stockert

1956 wurde auf dem Stockert bei Bad Münstereifel ein Pionierbau der Radioastronomie eingeweiht, der sich über einem achteckigen Grundriss pyramidenförmig erhebt. Der Bau ist durch acht Stahlbetonstreben mit dazwischenliegenden, horizontalen Fensterbändern und steilen Dachbereichen gegliedert. In der Spitze der Pyramide, die man über Stahltreppen und -leitern für Wartungsarbeiten und als Aussichtspunkt erreicht, ist die Technik untergebracht. Der 25 Meter Radioteleskopspiegel auf der Pyramidenspitze besitzt eine spezielle Aluminiumlegierung. Seinerzeit waren Zeppelin-Konstrukteure an dessen Herstellung beteiligt. Ein gigantisches Kugellager ermöglicht seine Drehung nach allen Seiten. Im pyramidenförmigen Sockelgebäude befanden sich Messräume und die Antriebstechnik. Mit der Anlage präsentierte sich die junge Bundesrepublik wieder konkurrenzfähig auf dem internationalen Techniksektor. Bis 1964 wechselten sich zivile Wissenschaftler mit dem Militär ab, das hier gleichfalls Forschungen betrieb. In der Folge war das Max-Planck-Institut für Radioastronomie der Hauptnutzer. 1972 nahm auf dem zehn Kilometer entfernten Effelsberg der sehr viel leistungsfähigere Nachfolger seinen Dienst auf. Als Forschungsstätte wurde der Stockert zunehmend unattraktiver, zumal nahegelegene Radarstationen die Messungen immer stärker beeinträchtigten. Dennoch nutzte die Universität Bonn die Station bis 1993 zur praktischen Ausbildung von Studenten. 2005 übernahm die Nordrhein-Westfalen-Stiftung die lange vernachlässigte Anlage. Initiiert hatte dies der Förderverein Astropeiler Stockert e. V. Die Mitglieder wollen den Peiler als Funk- und Messeinrichtung erhalten und als radioastronomisches Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen. Seither wurde die Restaurierung fieberhaft vorangetrieben. Für Stahlbau- und Korrosionsschutzarbeiten am Teleskopspiegel stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Mittel zur Verfügung.

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Stahlbetonbau über achteckigem Unterbau mit Radioteleskopspiegel, 1956, Förderung 2006

Adresse:
Auf dem Stockert
53902 Bad Münstereifel
Nordrhein-Westfalen

Das Radioteleskop Stockert erzählt seine Geschichte
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