Schloss Wiehe

Das Schloss Wiehe kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken und hat schon zahlreiche Besucher gesehen. Am 06.01.1574 verweilte zum Beispiel der Franzose Heinrich von Valois, Herzog von Anjou, mit seinem großen Gefolge auf Schloss Wiehe. Er war auf dem Weg nach Polen, wo er zum König gekrönt werden sollte. Seit diesem Vorfall hat sich das Aussehen des ursprünglichen Schlossgebäudes mehrmals gewandelt - meist durch äußere Umstände, wie zum Beispiel einen Brand im Jahre 1659 bedingt. Das heutige Schloss ist umgeben von einem kleinen Landschaftspark mit Teich sowie von einer Mauer, die in die einstige Stadtbefestigung eingebunden ist. Von 1461 bis 1945 besaß die Familie von Werthern diese Anlage. Wolf Adolph von Werthern gab 1666 den Auftrag, das Vorderhaus im Stil der Renaissance errichten zu lassen. In einer weiteren Umbauphase im 19. Jahrhundert wurde ein repräsentatives Treppenhaus eingebaut. Von der Stadt kommend durchschreitet man zunächst ein spätbarockes Tor in der Schlossmauer, welches als Triumphbogen gestaltet ist. Die zur Stadt gewandte Schaufassade des Schlosses hat einen Treppenturm mit Rundbogenfenstern, eine zweiläufige Außentreppe sowie ein schiefergedecktes Dach mit Laterne. Teile der Fassaden im Innenhof bestehen aus Fachwerk. In den Obergeschossen haben sich die Raumfluchten aus der Bauzeit und in einem Turmzimmer die neugotische Fassung aus dem 19. Jahrhundert mit Stuckdecken und Parkettböden erhalten. 1945 wurde die Familie von Werthern enteignet und das Gebäude seitdem für verschiedene Schul- und Ausbildungszwecke genutzt. Seit 1997 haben zahlreiche Instandsetzungsmaßnahmen an verschiedenen Teilen des Schlosses stattgefunden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte unter anderem die Sanierung der Dachstuhlkonstruktion und die statische Sicherung der Nord-Ost-Erker.

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Vierflügelanlage in Renaissanceformen, 1664-66, Restaurierung 1858/59, Förderung 1997-1999, 2002

Adresse:
Buttstädter Straße
06571 Wiehe
Thüringen