Schloss Wiepersdorf - ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Niederer Fläming, Brandenburg

Schloss Wiepersdorf - ein Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Als der Königlich Preußische Major Gottfried Emmanuel von Einsiedel von 1734 bis 1736 das Ländchen Bärwalde, zu dem auch Wiepersdorf gehört, kaufte und das Herrenhaus ausbauen ließ, wusste man noch nicht, welch wichtige Rolle für die Künste das Gebäude in naher und ferner Zukunft spielen sollte. 1780 erstand der Vater Achim von Arnims das Gelände und erweiterte das Herrenhaus um zwei Turmgebäude, welche die Seitengebäude mit dem Hauptgebäude verbanden. Ein Jahr darauf kam der zukünftige Dichter in Berlin zur Welt. Seine Mutter starb kurz darauf an den Folgen der Geburt. Sein Vater zog sich von der Erziehung des Sohnes vollkommen zurück, so dass Achim von Arnim bei seiner Großmutter aufwuchs. Nach dem Tod ihres Vaters erbten Achim von Arnim und sein Bruder das Ländchen. Über seinen Dichterfreund Clemens Brentano lernte er dessen Schwester Bettina kennen 1811 heirateten Achim und Bettina und lebten ab 1814 zunächst gemeinsam in Wiepersdorf. Um ihren Söhnen eine angemessene Schulbildung zu ermöglichen, zog Bettina nach einiger Zeit mit ihnen nach Berlin. Versorgt wurden sie teilweise mit Naturalien aus Wiepersdorf und auch zur Erholung kehrten sie immer wieder an diesen Ort zurück. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass eine große Anzahl an Briefen der Ehepartner entstanden, aus denen sich heute auch die Unterschiede zwischen Stadt- und Landleben zur damaligen Zeit gut erkennen lassen. Achim von Arnim lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1831 in Wiepersdorf. 1870 wurde Bettinas und sein Enkel, der Maler Achim von Arnim, Gutsherr. Bald darauf begann er mit zahlreichen Veränderungen am Gebäudekomplex. Erst zu dieser Zeit entstand der bis heute erhaltene schlossartige Charakter des Hauses durch den Ausbau der Terrasse und des Parks sowie das Errichten der Orangerie. Nach der Enteignung und Vertreibung der Bewohner 1945 ging das Haus in den Besitz einer Dichterstiftung über und konnte so vor Verfall und Zerstörung gerettet werden. Wiepersdorf bekam seine bis heute, wenn auch in abgewandelter Form, vorhandene Bestimmung: Es wird Schriftstellerheim. Unter den Schriftstellern, die in Wiepersdorf wohnten, waren unter anderem Anna Seghers, Christa Wolf und Sarah Kirsch. Auch heute wird das Objekt wieder als Begegnungsstätte von Kunstschaffenden aller Disziplinen und aus aller Welt genutzt – seit 2006 in der Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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Barocker Putzbau, 1731-38, Anbauten 1784 und nach 1877, Förderung 2006-09, 2011, 2013

Adresse:
Bettina-von-Arnim-Straße
14913 Niederer Fläming
Brandenburg