Naumburger Dom
Naumburg (Saale), Sachsen-Anhalt
Kirchenfenster, Thomas Kusio

Naumburger Dom

Ein Bauwerk, das viele andere überragt

Superlative des Naumburger Doms: Er gehört zu den bedeutendsten Bauwerken Sachsen-Anhalts! Er ist seit 2018 UNESCO-Welterbe! Er ist ein Hauptwerk der Spätromantik! Der heute evangelische Dom St. Peter und Paul in Naumburg (Saale) ist die ehemalige Kathedrale des Bistums Naumburg. Er stammt größtenteils aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

In den breiten Saaleauen liegt gegenüber der Unstrutmündung die Stadt Naumburg. Als Gründer gilt Markgraf Ekkehard I. (ca. 960-1002), der seine Burg hier erbaute. Auf Betreiben der Ekkehardinger, des Magdeburger Erzbischofs Hunold und des Kaisers Konrad II. (990-1039) erfolgte 1028 die Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg. Bereits 1029 wurde unter Bischof Engelhard mit dem Bau des ersten Domes begonnen. Die Westtürme sitzen auf älteren romanischen Turmstümpfen. Die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichteten Stockwerken sind ein beeindruckendes Bilderbuch der Stilentwicklung. Im Westchor stehen lebensgroße Säulenfiguren unter Baldachinen. Es sind die Stifterfiguren der Ekkehardinger mit ihren Gemahlinnen sowie die Statuen der Grafen Dietmar, Syzzo, Wilhelm und Thimo sowie der Gräfinnen Gepa und Gerburg sowie deren Gemahl Dietrich und vermutlich Graf Konrad. Sie sind in der Mode der Mitte des 13. Jahrhunderts gekleidet. Ihre Gesichter wirken durch ihre individuelle Gestaltung wie Portraits.

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Sensationeller erhaltener Lettner

Zwischen 1210 und 1242 entstand ein neues Langhaus. Der Westchor wurde 1250/60, der Ostchor hochgotisch um 1330 erneuert. Zum Langhaus hin wird der Westchor von einem Lettner abgegrenzt, der die Geistlichen von den Laien trennte. Er ist sensationell gut erhalten. Der Westlettner gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Frühgotik. Den genauen Namen seines Erschaffers kennen wir nicht. Als der „Naumburger Meister“ genannte Steinbildhauer in die Saalestadt kam, war der um 1210 begonnene Domneubau beinahe fertiggestellt. Um 1245, vielleicht auch erst um 1250 wurde mit dem Bau eines Westchores begonnen. Im Jahr 1249 riefen der Bischof Dietrich II. und das Domkapitel zu Spenden für die Vollendung des Dombaus auf, also für den Weiterbau oder die Errichtung des Westchores, der gegen 1257 vollendet gewesen sein dürfte. Die Datierung der skulpturalen Arbeiten bewegt sich in der aktuellen Forschung in der Regel zwischen der zweiten Hälfte der 1240er Jahre und den 1250er Jahren.

Für den Westlettner des Naumburger Doms wurde unter der treuhänderischen Verwaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die „Gertrud und Albert Stewig-Stiftung" und für die Stifterfiguren die „Dr. Friga Beetz-Stiftung" gegründet.

Seit 1992 setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stetig für den Erhalt des Naumburger Doms ein - so 1992/93, 1999, 2008/09, 2012, 2015/16. Zuletzt 2017 konnte die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch verwaltete "Gertrud und Albert Stewing-Stiftung" Sanierungsarbeiten an den Fialen und Strebepfeilern des Lettners fördern.

Basilika mit Gegenchören, östlichem Querhaus und vier Türmen, um 1210-60, Ostchor um 1330 erweitert. Förderung 1992-93, 1999, 2008-09, 2012, 2015-17

Adresse:
06618 Naumburg (Saale)
Sachsen-Anhalt