Wohnhaus (Wiesenstr.)

Als Chefarchitekt der Berliner Gemeinnützigen Heimstätten Spar- und Bau-Aktiengesellschaft (GEHAG) entwarf Bruno Taut in den 1920er Jahren genossenschaftliche Berliner Siedlungen, die die Ideen des Neuen Bauens beispielhaft umsetzen. In den Jahren 1925/26 errichtete er in Dahlewitz sein eigenes Wohnhaus. Das zweigeschossige Gebäude mit Flachdach ist über einem viertelkreisförmigen Grundriss errichtet und liegt inmitten eines ausgedehnten Gartens. Durch seine Schrägstellung wird jede direkte Parallelität zu den Nachbauhäusern vermieden. Die Westseite des Baus ist weiß gestrichen, die der Straße zugewandte bauchige Ostseite schwarz. Im Norden schließt sich ein niedriger Klinkerbau an, der Wirtschaftsräume und eine Garage enthält. Die in die Landschaft gerichtete Spitze an der Westseite des Hauses öffnet sich im Obergeschoss mit einem Balkon. Damit ist das Taut-Domizil nach den Vorstellungen des Architekten in die Landschaft eingepasst: "Das Haus schiebt sich in das Wiesengebiet und seine frische Luft wie ein Schiff mit seinem Bug vor." Das Wohnhaus in Dahlewitz kann als Musterbeispiel farbigen Bauens gelten, mit dem sich Taut zeit seines Lebens beschäftigte. Bei der Ausgestaltung der fünf Wohnräume im Inneren offenbaren sich die für den Architekten typischen Farbkontraste. Im Arbeitszimmer treffen rote, gelbe und blaue Wandflächen aufeinander, während das Wohnzimmer durch eine leuchtend roten Decke und weinrote Wänden geprägt ist. Zusätzliche Akzente setzen die ebenfalls bunt gestrichenen Heizkörper und Rohre. Die Rekonstruktion der ursprünglichen Farbfassung des Taut-Hauses ist seiner heutigen Besitzerin zu verdanken. Sie wurde dabei finanziell unter anderem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt.

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Flachgedeckter zweigeschossiger Putzbau, 1926/27 von Bruno Taut, Förderung 1994

Adresse:
Wiesenstraße
15827 Blankenfelde-Mahlow
Brandenburg