Frauenkirche
Dresden, Sachsen

Frauenkirche

Gefallen im Feuersturm

Der Dom zu Köln ist der Mächtigste, die Gedächtniskirche in Berlin die ewig Mahnende, und die Frauenkirche Dresden ist die Hoffnungsvollste! Alles kann wiederauferstehen, wenn die Kraft im Glauben besteht und Hoffnung den Untergang in die Flucht schlägt. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 fiel Dresden im Feuersturm des Krieges - am nächsten Tag auch der prächtigste Bau protestantischer Kirchenarchitektur in Deutschland! Nur die Umfassungsmauern des Chors und Teile des nordöstlichen Treppenturms der Dresdner Frauenkirche blieben stehen.

Höhepunkt protestantischer Baukunst

Die Kirche entstand 1726-38 nach Plänen des Ratszimmermeisters George Bähr (1666-1738). Mit ihr setzte die evangelische Bürgerschaft der Stadt ein selbstbewusstes Zeichen gegenüber König August dem Starken. Dieser war zuvor aus politischem Kalkül zum Katholizismus übergetreten - mit Blick auf die polnische Königskrone. Im Auftrag des Dresdner Stadtrats konzipierte Bähr ab 1722 für die Frauenkirche einen völlig neuen Bautyp. Der Grundriss verschmilzt eine außen quadratische Grundform mit einer Kreisform im Inneren. Darüber wölbt sich eine riesige steinerne Kuppel.

Die Form eines Zentralbaus, wie bei der Dresdner Frauenkirche, steht in perfektem Einklang mit dem protestantischen Gemeindeverständnis. Denn der Reformator Martin Luther (1483-1546) hatte einst ja das "Priestertum aller Gläubigen" gefordert. In einem zentralen Raum erlebt sich die Gemeinde als Einheit, in deren Kreis der Priester als "Primus inter pares", als "Erster unter Gleichen" einbezogen wird. Zugleich gewinnt die Frauenkirche im Inneren eine Ausrichtung durch den Chor: Dort steht der barocke Hochaltar, darüber die Orgel und davor Kanzel und Taufbecken

Symbol der Versöhnung

Die ehemalige DDR hatte die zerstörte Frauenkirche Dresden als Mahnmal belassen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands begann der Wiederaufbau - ein Symbol der Versöhnung, das am 30. Oktober 2005 mit einem großen Festakt unter den Augen der Welt eingeweiht wurde. Die Frauenkirche Dresden, eine der schönsten Barockkirchen Deutschlands, lebt wieder und die Besucher staunen über die meisterliche Leistung der beteiligten Restauratoren und Handwerker.

Mit Spendengeldern wiederhergestellt!

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich an der Restaurierung der erhaltenen Originalsubstanz der Kirche beteiligt, z. B. bei der Wiederherstellung des Altars, dem zentralen Element der barocken Frauenkirche. Auch die Restaurierung der Orgel in originaler Farbfassung war eine große Herausforderung. Mit Mitteln der Stiftung wurden zudem Malereibefunde am Kuppelfragment gesichert. Mit diesen Maßnahmen gelang es, den Innenraum in seiner historischen Farbfassung von 1739 zu gestalten. Außerdem konnte die Stiftung helfen, das Grabmal des Erbauers der Frauenkirche, George Bähr, in der Kirche instand zu setzen.

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Barocker Zentralbau mit Kuppel, 1726-36 von George Bähr, 1945 zerstört, 1993-2005 Wiederaufbau, Förderung 1992, 1994-2002, 2004-06, 2011

Adresse:
Neumarkt
01067 Dresden
Sachsen