Das Achteck ist die vollkommene Form zwischen Kreis und Quadrat. Das dachte man jedenfalls in der Antike. Der Kreis ohne Anfang und Ende symbolisierte den Himmel in seiner Unendlichkeit und das Quadrat mit seinen vier Ecken die Erde in ihrer Begrenzung mit den Himmelsrichtungen. Zwischen Himmel und Erde erbaute Karl der Große auf dem Grundriss eines Oktogons sein Gotteshaus, die Aachener Marienkirche (auch Pfalzkapelle oder Münster genannt). Als architektonisches Vorbild dienten hier San Vitale in Ravenna und die byzantinische Sergios- und Bakchos-Kirche, die im 6. Jahrhundert in Konstantinopel errichtet wurde, auch "kleine Hagia Sophia" genannt.
Der Aachener Dom wurde nicht umsonst als erstes deutsches Denkmal in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Im Früh- und Hochmittelalter regierten die Könige nicht von einer Haupstadt aus, sie bereisten ihr Reich, um den direkten Kontekt zu ihren Gefolgsleuten vor Ort zu halten. So entstanden auch unter Karl dem Großen einige Pfalzen, Aachen war jedoch seine Lieblingspfalz. So verwundert es nicht, dass Karl der Große hier seinen Traum von einem neuen weströmischen Reich Wirklichkeit werden ließ und Aachen als festes Zentrum seiner Herrschaft Gestalt annahm. Das Dach über dem karolingischen Zentralbau sowie die Mosaiken und die Inkrustationen des 19. Jahrhunderts wurden mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz instandgesetzt. Der Dom ist heute das einzige vollständig erhaltene Bauwerk jener Zeit, in der Karl der Große römische Antike und Christentum vereinigte. In der Geheimen Offenbarung des Johannes kommt die Himmelsstadt Jerusalem auf die Erde nieder. Maße und Symbolik der Kirche basieren auf biblischen Angaben zur Heiligen Stadt. Länge, Breite und Höhe sind gleich.
In 31 Metern Höhe krönt eine Kuppel - ein Klostergewölbe mit einer Spannweite von 14,5 Metern - dieses karolingische Vermächtnis, das als ältestes und für lange Zeit größtes kuppelüberwölbtes Bauwerk nördlich der Alpen galt. Es ist ein Meisterstück aller berühmten Gelehrten karolingischer Zeit, etwa des Angelsachsen Alkuin oder des Mainfranken Einhard, deren Ideen wie die Karls des Großen selbst in den Bau einflossen. Über dem Kernstück des Aachener Doms wölbt sich heute eine barocke Haube mit acht tiefen Falten. Dieser Aufbau mit der krönenden Laterne wurde nach dem Stadtbrand, der Aachen im Jahre 1656 fast vollständig vernichtete, dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend errichtet. Karl selbst hatte für den Bau ein achtteiliges Zeltdach vorgegeben, das im Laufe seiner Geschichte mehrfach beschädigt, zerstört und nach den Moden unterschiedlich wiederhergestellt wurde.
Vor einigen Jahren musste faules und wurmstichiges Holz im abgesenkten Dachstuhl ausgebessert und teils völlig erneuert werden. Weil die Schieferplatten nicht dicht hielten, wurde das Oktogondach schließlich wieder wie im 18. Jahrhundert mit Blei eingedeckt. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanzierten Bund, Land, das Bistum Aachen und der Karlsverein die Restaurierung des Dachs.
Aber das Bauwerk ist eben doch nur als Gedankengebäude perfekt, für die Ewigkeit geschaffen wurde es nicht. Im Mauerwerk verborgene Eisenringanker, die die Kuppel an ihrer Basis zusammenhalten, rosten vor sich hin. Dombaumeister Helmut Maintz hatte im Zuge der Dacharbeiten die einzigartige, 1.200 Jahre alte Konstruktion untersucht, die für die statische Sicherheit des gesamten Oktogons verantwortlich ist. Etliche Tonnen lasten auf diesen Ringankern. Zur Stabilisierung wurde ein neuer eingefügt. Die eingemauerten Ringanker sind ein Korsett, als solches unsichtbar, aber zum Überleben des Bauwerks notwendig. Überhaupt rührt ein guter Teil der Macht und Stärke des Aachener Doms von unsichtbaren Kräften. Als Karl der Große am 28. Januar 814 in Aachen starb, wurde er noch am gleichen Tag in der Pfalzkapelle bestattet. Dort, wo der Herrscher beigesetzt wurde, glaubte man zu jener Zeit, strahle auch seine Macht weiter aus.
Übrigens: Sämtliche Geheimnisse um diesen spektakulären Bau
werden wohl nie geklärt. Wo genau Karls Sarkophag in die Erde
eingelassen wurde und wo demnach das Zentrum der Macht zu finden
ist, weiß noch immer niemand mit Sicherheit zu sagen. Ringanker und
wurmstichige Dachstühle lassen sich aber glücklicherweise einfacher
lokalisieren. In den vergangenen Jahren wurden bereits das Oktogon
und das karolingische Mauerwerk mit seinem Ringankersystem und dem
einzigartigen Kuppelgewölbe grundlegend saniert.
Heute ist der Aachener Dom ein Konglomerat aus den verschiedensten
Perioden christlicher Baukunst. Ursprünglich entstand er aus einer
Palastkirche für die Aachener Kaiserpfalz, der Lieblingsresidenz
Karls des Großen. Den heutigen Zentralbau des Aachener Doms,
Herzstück und ältester Teil der Kirche, ließ Karl der Große um 800
errichten. Das Gotteshaus entstand auf dem Grundriss eines
Achtecks. In 31 Metern Höhe krönt eine Kuppel mit einer Spannweite
von 14,5 Metern dieses karolingische Vermächtnis. Es gilt als
ältestes und für lange Zeit größtes kuppelüberwölbtes Bauwerk
nördlich der Alpen. Beim Bau orientierte man sich an San Vitale in
Ravenna und der kleinen Hagia Sophia in Istanbul. Denn in Aachen
wollte Karl der Große seinen Traum von einem neuen weströmischen
Reich Wirklichkeit werden lassen. In dieser Pfalzkapelle wurde Karl
der Große begraben, hier wurden über einen Zeitraum von 600 Jahren
30 deutsche Könige gekrönt, hierher pilgerte man im Mittelalter zu
den berühmten Marienreliquien. Über die Jahrhunderte ist daraus ein
Ensemble gewachsen, zu dem Kunstwerke von allerhöchstem Rang
gehören. Als erstes deutsches Baudenkmal wurde der Aachener Dom vor
über 30 Jahren in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert war der Bau allerdings in einem
Zustand, der seiner Bedeutung alles andere als gerecht wurde. Mit
einer Dekoration im neobyzantinischen Stil wollte man deshalb
wieder an die Tradition der Pfalzkapelle Karls des Großen und den
Beginn des abendländischen Mittelalters anknüpfen. Ab 1880 wurde
die Kirche mit Mosaiken, Marmorintarsien und -verkleidungen
geschmückt. 1913 waren die Arbeiten vollendet und lassen seitdem
wieder nachvollziehen, was Karl der Große in Aachen geschaffen hat:
ein prachtvolles Abbild des Himmlischen Jerusalem. Doch der
irdische Zahn der Zeit schreckt auch davor nicht zurück. Die
Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte ab 2001
Restaurierungsarbeiten an und im Aachener Dom.
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