Südlich von Kiel liegt die Stadt Preetz. Im Zentrum der Gemeinde mit fast 1.100 Seelen findet sich das adelige Damenstift. 1211 gründete Albrecht von Orlamünde (1182-1245) hier ein Benediktinerinnenkloster. Nonnen des Benediktinerordens führten das Kloster mit dem Leitspruch „ora et labora“ (bete und arbeite) zu einer wirtschaftlichen, geistlichen und kulturellen Blüte. Seit der Reformation im Jahr 1542 ist das Kloster im Besitz der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft, die es zu einem noch heute bestehenden Damenstift umwandelte. Heute erzählen vor allem das Konventhaus, im Kern aus dem 15. Jahrhundert, und die 1325-40 errichtete Klosterkirche von der langen Geschichte der Anlage. Doch die jahrhundertealte Klosterkirche in beeindruckender Backsteingotik benötigt nun dringend Hilfe. Ihre Spende hilft bei der Sanierung!
Durch das Klostertor erreicht man den Klosterhof. Ein Hauch vergessener Vergangenheit wir hier gegenwärtig, nah und sehr lebendig. Das Kloster birgt unschätzbare, wertvolle Kulturgüter: 137 Tafelbilder aus dem 15. Jahrhundert hängen in der Klosterkirche, eine sogenannte „biblia pauperum“, eine Armenbibel, gehört zum Kircheninventar. Bis zum Buchdruck im 16. Jahrhundert war diese reich illustrierte Bibelform ein Weg, dem „einfachen“, nicht Lateinisch sprechenden Volk, die christliche Lehre bildlich nahe zu bringen. Fresken, Holzskulpturen und sehenswerte Altäre ergänzen den hohen Kunstwert dieser Kirche, die vom Kloster selbst unterhalten und getragen wird. Die Renaissance-Orgel ist ein Werk des Lübecker Orgelbauers Hans Köster und stammt aus dem Jahr 1573.
Im östlichen Gebäudeteil wurde 1726 eine durch beide Geschosse geführte Bibliothek eingebaut, in der der gesamte, im Wesentlichen barocke Buchbestand erhalten ist. Damit stellt die Bibliothek in Preetz eine ganz besondere Rarität dar. Das zweigeschossige Konventhaus umfasst einerseits einen zentralen Saal mit neugotischer Vertäfelung, der als Winterkirche diente, andererseits den zweischiffigen, kreuzgratgewölbten Raum des Klosterarchivs. Früher war es durch einen Kreuzgang baulich mit der Kirche verbunden.
Als ältestes erhaltenes Gebäude der Anlage hat die spätgotische Klosterkirche einen außergewöhnlichen hohen Zeugniswert. Auf einer Anhöhe steht sei seit Jahrhunderten stolz in der Mitte des Klosterhofes. Als sogenannte Pseudobasilika – eine in der Spätgotik typische Mischform aus Basilika und Hallenkirche – errichtet, kamen im Laufe der Jahrhunderte barocke und neugotische Elemente hinzu. Heute zeigt sich der Backsteinbau mit Maßwerkfenstern und Stützpfeilern, überragt von einem Walmdach. Der Glockenturm mit kupfernem Zwiebeldach über der Westseite stammt aus dem Barock.
Bis heute ist das Kloster ein Zentrum geistlichen und kulturellen Lebens in Preetz. Seit 1993 setzt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für den Erhalt der wertvollen Anlage und förderte unter anderem die Instandsetzung der Bibliothek, der Orgel und die Sanierung des Dachs. Nun benötigt die Klosterkirche im Zentrum dringend Hilfe: Der überwiegend original erhaltene westliche Mauerpfeiler weist zahlreiche Risse, zurückgewitterte Ziegelsteine, ausgewaschene Fugen und teilweise starke Abplatzungen auf. Zudem ist der Dachreiter aufgrund eindringender Feuchtigkeit geschädigt, die Laternenspitze sackt bereits ab – die Tragfähigkeit der Konstruktion ist nicht mehr gewährleistet. Bitte spenden Sie, um die imposante und jahrhundertealte Klosterkirche in Preetz zu erhalten!
Erfahren Sie mehr über dieses Denkmal im Online-Magazin Monumente der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mehr