Alt Sankt Martin
Bonn, Nordrhein-Westfalen
Von © Axel Kirch / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=92993523

Alt Sankt Martin

Frühromanisches Kleinod an römischem Weiheort

Schon 913 wurde die heutige Kirche Alt St. Martin in Muffendorf, malerisch auf einer Erhöhung am Rhein gegenüber des Siebengebirges gelegen, das erste Mal urkundlich erwähnt. Als man 1910 einen Seitenaltar abbaute, fand man darunter einen Weihestein für die römische Göttin Diana aus dem zweiten Jahrhundert, der einen noch viel älteren Bau an dieser Stelle vermuten lässt. Muffendorf gehört heute zum Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Alt St. Martin ist nach dem Bonner Münster die älteste noch genutzte Kirche der gesamten Bundesstadt. Allerdings können dort schon seit 2017 keine Veranstaltungen mehr stattfinden, weil ein Kabelbrand in der Decke des Seitenschiffs dem romanischen Bau schwere Schäden zufügte. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Kleinod am Rhein wieder herzustellen!

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Instandsetzung von Alt Sankt Martin!


Saalkirche aus vulkanischem Gestein

Die heutige Kirche Alt St. Martin entstand im 10./11. Jahrhundert als Saalkirche aus Trachyt und Tuff - vulkanischem Gestein, das in der Region reichlich vorhanden war. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, als der Kölner Erzbischof den Grundstein für die nahe gelegene Godesburg legte, fanden auch in Muffendorf einige bauliche Veränderungen statt. Die Kirche erhielt ihren dreizehn Meter hohen Westturm mit dem sieben Meter hohen Pyramidendach. Er wirkt sehr massiv, weil man ihn aufgrund des nahe gelegenen Hanges nicht anbauen konnte, sondern auf dem vorhandenen Schiff errichtete. Weil die Turmwände auf dem Gewölbe der Halle ruhen, stützte man die Kirche auf der südlichen und nördlichen Seite mit starken Mauern ab. In dieser Bauphase verstärkte man außerdem den Chor, um ein Kreuzrippengewölbe einzubauen, fügte diesem eine Apsis an und stattete ihn um 1210 mit einem gemauerten Blockaltar aus. Auch der kesselförmige Taufstein aus Andesit, einem weiteren vulkanischen Gestein, mit einem hübschen palmettenförmigen Fries stammt aus dieser Zeit, sowie die heutige Tür zur Sakristei aus schmiedeeisernen Beschlägen. Die zweigeschossige Sakristei fügte man erst im 17. Jahrhundert an. Die Tür war daher ursprünglich wahrscheinlich eine Außentür, worauf auch die stark abgetretene Türschwelle schließen lässt.

Brandschäden müssen dringend behoben werden

Als man im 19. Jahrhundert einen stattlichen Neubau direkt in der Nähe der romanischen Kirche errichtete, verlor sie ihr Patrozinium und ihre Funktion und war zunächst dem Verfall preisgegeben. Dennoch gab man sie nie auf und führte seitdem in den Jahren 1910 und 1911, 1934 und 1935 und in den 1960ern umfassende Sanierungsmaßnahmen durch, durch die sie mit Glasfenstern und Skulpturen modernisiert und ihre Bausubstanz gesichert wurde. Alt Sankt Martin wurde überwiegend für Konzerte und Kulturveranstaltungen genutzt, bis es 2017 zu dem Kabelbrand im Nordflügel kam. Seitdem ist die Kirche nicht mehr zugänglich. Ruß-, Brand und Löschspuren sind überall im Innenraum zu sehen. Die hölzerne Deckenkonstruktion muss erneuert und einige hölzerne Teile im Dachstuhl ausgetauscht werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, mit Alt St. Martin ein wichtiges Zeugnis der Romanik und der Geschichte des Rheinlands zu retten!

Frühromanische Saalkirche, im 10./11. Jh. an der Stelle eines römischen Heiligtums errichtet, zu Beginn des 13. Jh. erweitert und im Chor ein Kreuzrippengewölbe eingefügt, im 17. Jh. Sakristei ergänzt. Förderung 2022

Adresse:
Klosterbergstr.
53177 Bonn
Nordrhein-Westfalen