Alte evangelische Kirche
Bornheim, Nordrhein-Westfalen
Foto: Achim Raschka, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Alte evangelische Kirche

Juden halfen Protestanten beim Kirchenbau

Protestanten hatten es im katholisch geprägten Rheinland des 19. Jahrhunderts nicht leicht. So wusste die kleine Gemeinde von Bornheim nahe Bonn im Jahr 1860 nicht ein noch aus, wo sie künftig ihre Gottesdienste abhalten sollte. Die Schlosskapelle, in der sie sich bisher versammelt hatten, war nach dem Bankrott des Vorbesitzers an einen katholischen Grafen übergegangen, der protestantische Gottesdienste nicht duldete. Ein jüdischer Kaufmann half aus der Not: Zunächst stellte er den Protestanten einen ehemaligen Tanzsaal zur Verfügung. Dann sorgte er dafür, dass die Bankhäuser Schaafhausen und Oppenheim (auch dieses in jüdischem Besitz) ein Grundstück für einen Kirchenbau zur Verfügung stellten, ohne dass es die Christen einen Taler kostete. Am 12. November 1863 wurde die Bornheimer Kirche geweiht, das erste und einzige evangelische Gotteshaus in weitem Umkreis.

Bitte helfen Sie der alten evangelischen Kirche in Bornheim!


Preußische Baukunst im Rheinland

Der Architekt Paul Richard Thomann war ein zugewanderter Preuße, ausgebildet an der königlichen Bauakademie in Berlin und seit 1855 Kommunal- und Stadtbaumeister der Gemeinde Bonn. Er zeichnete auch Pläne für mehrere katholische Kirchen in der Gegend und für die 1938 zerstörte Synagoge von Bornheim. Die Bornheimer Kirche könnte auch in einem Dorf im protestantischen Brandenburg stehen: Die unverputzte rote Backsteinfassade mit heiteren gelben Putzbändern und Rundbogenfenstern erinnert an Entwürfe der großen preußischen Baumeister Schinkel und Stüler. Innen ist die ursprüngliche Raumausstattung und die Ausschmückung mit ornamentaler Schablonenmalerei weitgehend erhalten, auch der offene Dachstuhl ist bemalt. Lediglich die ursprüngliche Orgel von 1863 wurde 1968 durch eine neue ersetzt.

Helfen Sie, den Absturz des Turmkreuzes zu verhindern

Das Kirchlein ist in die Jahre gekommen, die Schäden sind nicht zu übersehen: Viele Fugen an der Fassade sind ausgewaschen, man sieht Fehlstellen an den Putzbändern und am Sockel. Auch an der Innenausmalung sind schon Risse erkennbar. Im Mauerwerk haben sich Hohlräume gebildet. Die Dachkonstruktion ist so instabil, dass das Turmkreuz irgendwann herabstürzt, wenn nicht bald etwas geschieht. Die gesamte Fassade muss dringend runderneuert werden. Und wenn schon gebaut werden muss, kann auch gleich ein barrierefreier Zugang zu den Gottesdiensten geschaffen werden. Helfen Sie mit, dieses einzigartige Zeugnis christlich-jüdischen und rheinisch-preußischen Zusammenwirkens zu erhalten!

Backsteinkirche in Anlehung an Schinkel und Stüler, geweiht 1863. Förderung 2019.

Adresse:
Königstraße
53332 Bornheim
Nordrhein-Westfalen