Auf einer Blende über dem mittleren Tor der Alten Feuerwache in Kolkwitz steht: „Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt / Vertrau auf Gott und rette den Bedrängten“. Vielleicht war eine Ermutigung nötig, denn die Freiwillige Feuerwehr von 1910 mit ursprünglich 14 Mitgliedern hatte nicht ausgereicht, sodass man 1914 eine Pflichtfeuerwehr einführen musste. Der Spruch stammt aus dem Jahr 1921, als die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße das Feuerwehrhaus errichtete. Zu diesem Zeitpunkt war die Mitgliederzahl auf 42 angestiegen. Hundert Jahre später ist der hohe Schlauchturm in der Mitte des Gebäudes statisch gefährdet und muss dringend saniert werden. Helfen Sie mit Ihrer Spende, die Alte Feuerwache in Kolkwitz zu erhalten!
Die Alte Feuerwache besteht aus einem Gerätehaus und einem dieses mittig überragenden Schlauchturm. Das Gerätehaus ist ein eingeschossiger Bau aus Ziegelsteinen, der traufständig, also mit den Dachseiten zur Straße von einem Krüppelwalmdach gedeckt ist – eine Dachform, bei der die Dachseiten auf allen vier Seiten vorhanden sind – in diesem Fall jedoch auf den Giebelseiten in einer sehr kurzen Form. Auch der Schlauchturm ist mit einem Krüppelwalmdach gedeckt, der Giebel weist jedoch zur Straße. Der Mittelteil des Gerätehauses mit dem Turm ragt ein paar Zentimeter hervor. In jedem Gebäudeteil befindet sich eines der drei gleichgroßen, rot gestrichenen Holztore. Der Schlauchturm ist aus Fachwerk gefertigt und auf der Vorderseite mit rot gestrichenem Holz verblendet, in dem sich auf jedem Stockwerk zwei Fenster mit Holzschlagläden einfügen. Im ersten Stock ist in weiß sehr groß die Zahl 105 angebracht. Das dritte Geschoss kragt etwas vor und ist an der Seite in zwei Gefachen mit stilisierten, rot gestrichenen Flammen aus Holz verziert.
Im Schlauchturm wurden die Druckschläuche zum Trocknen mit einem Flaschenzug hochgezogen. Man webte sie früher nahtlos aus Hanf oder Flachs, das sich durch das Wasser vollsaugte sodass der Schlauch dicht wurde. Damit die Schläuche nicht schimmelten und weil sie durch den Gebrauch steif wurden, mussten sie in Schlauchhäusern getrocknet werden, bevor man sie wieder für den Einsatz einrollen konnte.
1983 baute man ein modernes Gerätehaus, sodass die Alte Feuerwache seitdem nur noch als Lager und der Turm für Feuerwehrübungen verwendet wird. Nach deren Sanierung 10 Jahre später brachte man die Wetterfahne mit den Daten 1921 und 1993 auf dem Dach des Schlauchturms an. Am Fachwerkholz der markanten Alten Feuerwache Kolkwitz sind heute durch einen Braunfäulepilzbefall offene Fugen zwischen Holz und Mauerwerk entstanden, sodass der Turm statisch gefährdet ist. Außerdem muss dessen Dach dringend instandgesetzt werden. Ihre Spende hilft, die Alte Feuerwache zu erhalten!