Alte Kirche Bürgeln
Cölbe, Hessen

Alte Kirche Bürgeln

Vor dem Abriss gerettet und doch bedroht

Vom ehemaligen Friedhof umgeben, liegt die Alte Kirche malerisch im Zentrum des knapp 1600 Einwohner zählenden Bürgeln, heute ein Ortsteil der hessischen Gemeinde Cölbe. Wäre eine Planung aus dem Jahr 1973 umgesetzt worden, so würde man heute nicht mehr vor dem cremeweiß verputzen Kleinod mit Fachwerkobergeschoss stehen, sondern vermutlich vor einem Spielplatz der benachbarten Grundschule. Nachdem 1970 eine neue, größere Kirche im Ort geweiht wurde, drohte der Alten Kirche der Abriss. Nur durch den beherzten Beschluss engagierter Bürger, einen Verein zur Rettung der Alten Kirche zu gründen, konnte der alte Mittelpunkt des Ortes erhalten werden. Doch droht jetzt, rund 35 Jahre später, eine ganz andere Gefahr: Setzrisse in den Wänden, statische Probleme am Dachstuhl und Feuchtigkeit setzen dem Bau immens zu. Die Alte Kirche benötigt dringend Hilfe.

Bitte helfen Sie der Alten Kirche in Bürgeln!


Ein Kleinod mit 900 Jahren Baugeschichte

Unter dem Walmdach mit dem Dachreiter, der die Glocken trägt, sind mehrere Jahrhunderte Baugeschichte vereint. Von außen zeigt die Kirche mit den kleinen Rundbogenfenstern in dem kompakten Mauerwerk der Nordwand noch deutlich, dass ihr Kern eine um 1100 gebaute Kapelle ist. Die Chorsüdseite mit einem Spitzbogenfens­ter erzählt davon, dass ab dem 13. Jahrhundert die Herren von Fleckenbühl auf der Burg Bürgeln das Patronat hielten. Sie veranlassten in der Spätgotik, dass der Rechteckchor angebaut und das Westportal errichtet wurde. Um 1685, als sich die Region von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs zu erholen begann, wurde die Kirche umgestaltet und im Inneren neu ausgestattet. Weil sie wohl zu klein für die Gläubigen geworden war, erhöhte man sie um ein Fachwerkgeschoss, damit eine zweireihige Empore an der Nordwand Platz fand. Der Blick fällt als erstes auf die Kanzel und den Altar. Statt des Gestühls stehen nun Stühle im Raum. Die Orgelempore wird von der 1752 erbauten Orgel eingenommen, der 1897 ein romantisches Werk eingebaut wurde. Auch an der Chorwand befindet sich eine Empore, die noch bis in die 1970er-Jahre den privilegierten Familien vorbehalten war.

Kulturkirche mit gravierenden Problemen

Viele Besonderheiten waren noch unbekannt, als dem barocken Kleinod 1970 der Abriss drohte: Die Kirchengemeinde wünschte sich eine größere Kirche. Außerdem sollte die frei werdende Fläche der unmittelbar benachbarten Grundschule zur Verfügung gestellt werden. 1973 wurde der Förderkreis Alte Kirchen e.V. gegründet, um das barocke Denkmal vor dem Abriss zu retten. 1984 übernahm er es sogar in sein Eigentum und begann, mit ersten kleineren Kulturveranstaltungen das ehemalige Gotteshaus im öffentlichen Bewusstsein zu halten. So macht die Alte Kirche seit Jahren eine zweite Karriere: als Kulturkirche für Nachwuchskünstler. Als restauratorische Maßnahmen ergriffen wurden, um schädliche Dispersionsfarbe von den Wänden zu entfernen, traten barocke Rankenmalereien an den Fensterlaibungen und dem Chorbogen zutage, die man nicht erwartet hatte. An den Seitenwänden wurden gemalte Bibelsprüche aus der Zeit um 1780 freigelegt, die wohl der Erbauung für die nach Geschlecht getrennt sitzenden Gläubigen dienen sollten.

Bereits 2006 stimmte eine Bestandsaufnahme damals schon nicht zu übersehender Schäden bedenklich, doch nun ist akute Hilfe dringend notwendig. Setzrisse noch unbekannter Ursache und der Dachstuhl bereiten statisch-konstruktive Probleme. Durch schadhafte Stellen in der Dachdeckung, die zwar immer wieder repariert wurden, ist Feuchtigkeit ins Gebälk eingedrungen und hat sich wie so oft an den Fußpunkten der hölzernen Sparren auf dem Mauerwerk gesammelt. Nun sind sie zum Teil so verfault, dass die Kräfte des Daches nicht mehr richtig abgeleitet werden. Zudem gibt es Feuchteschäden im Fachwerk und an der Decke. Fazit ist, dass die Dachstuhlkonstruktion die Wände an der Nord- und Südseite auseinanderdrückt. Risse, die langsam, aber stetig tiefer werden, sind ein untrügliches Zeichen für die Bewegung im Bauwerk, wie auch die herabgefallenen Putzstückchen, die regelmäßig vom Kirchenboden aufgekehrt werden. Der nicht atmungsaktive Dispersionsanstrich an Wänden und Decke lässt die Feuchtigkeit nicht austreten und trägt zum Schadensbild bei, auch wenn er 1984 teilweise entfernt wurde. Nur mit Ihrer Hilfe kann das Kleinod in Bürgeln denkmalgerechet saniert werden. Bitte helfen Sie uns, die Alte Kirche dauerhaft zu bewahren! Jede Spende zählt!

Im Kern romanisch, 11. Jhd., spätgotische Anbauten 13. Jhd, Ausbau und Umgestaltung um 1685. Föderung 2018.

Adresse:
An der Alten Kirche
35091 Cölbe
Hessen