Alte Schmiede
Sanitz, Mecklenburg-Vorpommern

Alte Schmiede

Eingestaubt, aber alles griffbereit

Beim Besuch auf dem Schmiedehof Sanitz im Nordosten des Landkreises Rostock könnte man meinen, der Schmied sei nur kurz in der Kaffeepause. Schmiedewerkzeuge und Hufeisen liegen noch griffbereit, allerdings mit einer dicken Staubschicht und manch einer Efeuranke inzwischen überzogen. Es ist lange her, dass hier das rhythmische Klopfen und Schlagen eines Schmiedehammers erklang. Das Schmiedegebäude als Teil des großen Schmiedehofes ist in akuter Gefahr, dabei hat es in seiner Vollständigkeit Seltenheitswert. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dabei, diesen Schatz zu bewahren!

Helfen Sie mit Ihrer Spende dem Schmiedhof in Sanitz!


„Schmiede-Gerechtsame“ von 1798

Eine erste urkundliche Erwähnung der „alten Erbschmiede“ von Sanitz stammt aus dem Jahr 1798. Eine Erbschmiede ist eine „Schmiede mit erblich verliehener Schmiede-Gerechtsame“, so steht es im Deutschen Rechtswörterbuch als Wörterbuch der ältesten Deutschen Rechtssprache. Die Gerechtsame ist eine veraltete Bezeichnung für das Nutzungsrecht oder ein Privileg. In vielen Regionen gab es für alle Gewerke Beschränkungen, beispielsweise in der Anzahl. Damit all diese Handwerker auch Arbeit hatten. Um die Anzahl besser kontrollieren zu können, lagen die Privilegien oft auf dem Haus. Speziell beim Schmiedehandwerk war das wichtig, immerhin handelte es sich um ein gefährliches Handwerk mit offenem Feuer. Für diese Häuser gab es besondere Voraussetzungen wie zur Dicke der Wände, um den Brandschutz zu gewährleisten. So ein Privileg wurde üblicherweise vererbt, konnte aber auch verkauft werden. Manch ein altes, baufälliges Haus war mit dem richtigen Nutzungsrecht deutlich mehr wert.

Zurück zum spätbarocken Eichen-Fachwerkbau mitten in Sanitz. Das hohe Walmdach mit Biberdeckung auf dem quadratischen Haupthaus erinnert an eine Pyramide. Die Besonderheit des Objekts besteht in der Geschlossenheit der erhaltenen Anlage, mitten im Ort und in bester Lage gegenüber der Feldsteinkirche und des Friedhofes. Mit Wohnhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden bildet das Ensemble den Schmiedehof. Das Schmiedegebäude steht etwas abseits auf dem Gehöft – so sollte die Brandgefahr minimiert werden. Der Schmiedefamilie ging es sichtlich gut zu der Zeit. Inzwischen steht der Hof unter Denkmalschutz.

Die Geschichte soll wieder erlebbar werden!

Für die Sanierung der Schmiede wird jetzt dringend Unterstützung benötigt! Die gute Nachricht: Holzschädlinge sind aufgrund der Rußschichten über die Jahrhunderte kein Problem am Schmiedehaus. Aber die Schäden an der Gründung, an der Holzkonstruktion und den Ausfachungen sind nicht zu übersehen. Das Gebäude soll museal erhalten werden, um die Geschichte des Schmiedehofes erlebbar zu machen. Helfen Sie mit Ihrer Spende an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dabei. Vielleicht erklingt dann wieder das Schlagen des Schmiedehammers. Hufeisen, Amboss und Werkzeuge warten schon!

Schmiede mit Wohnhaus, kleinem und großem Stall und Pumpe. Förderung im Jahr 2021, 2022.

Adresse:
Friedhofsweg
18190 Sanitz
Mecklenburg-Vorpommern