Alter Pfarrhof
Marienmünster, Nordrhein-Westfalen

Alter Pfarrhof

Ländliche Idylle mit Schönheitsfehlern

Schon im 9. Jahrhundert wurde das ostwestfälische Löwendorf als Besitz des heute zum UNESCO Welterbe gehörenden Klosters Corvey erstmals erwähnt. In dem kleinen Angerdorf, das heute zur Stadt Marienmünster gehört, leben gerade einmal rund 250 Einwohner – eine Bilderbuchidylle. Rund um den Dorfteich gruppieren sich die Kapelle und die ältesten Höfe des Dorfes. Vielfach sind dies regionaltypische niederdeutsche Hallenhäuser, Fachwerkgebäude der bäuerlichen Bevölkerung, die Wohnung, Stall und Langerräume in einem Haus zusammenfassten. Auch der alte Pfarrhof stellt ein solches Baudenkmal dar. Besonders wenn die Sonne scheint, ist das Gebäude schön anzusehen, und der Dachboden ist hell beleuchtet. Dachfenster braucht es nicht, die Sonne findet ihren Weg dort, wo große Löcher in der Dachdeckung klaffen - und nicht nur dort wackelt es. Bitte helfen Sie dem alten Löwendorfer Pfarrhof!

Helfen Sie dem alten Pfarrhof in Marienmünster-Löwendorf!


Vom Pfarrhof zur Schäferei

Dem ehemaligen Pfarrhof von Löwendorf sieht man seine ursprüngliche Funktion heute nicht mehr an, seine Lage direkt neben der Kirche lässt jedoch darauf schließen, dass an dieser Stelle lange Zeit der Pfarrer wohnte. Entstanden ist der Bau vor 1650, wie Fachleute anhand der Datierung des Dachstuhls herausgefunden haben. Der Überlieferung nach musste der amtierende Pfarrer Löwenstein im Jahr 1650 nach einem Streit mit der Gemeinde verlassen – das Haus diente fortan anderen Zwecken: Der Pfarrhof wurde zum landwirtschaftlichen Gut, rund 300 Jahre später zum Wohnhaus und beherbergt heute eine Schäferei. Das stattliche Fachwerk-Hallenhaus mit backsteinernen Ausfachungen wird, wie für die niederdeutschen Hallenhäuser typisch, durch ein großes mit Malereien verziertes Tor geprägt. Es führt in die große Diele, die imposant bis auf Traufhöhe reicht. Die Diele, auch Halle genannt, ist das Kernstück des Gebäudes. Zwei Ständerreihen, die die Hauptlast des Fachwerkbaus tragen, prägen den großen Raum, seinen Charakter erhält er darüber hinaus durch die für Stabilität sorgenden Streben, die zwischen Ständern und Dachbalken angebracht sind und den altehrwürdigen Steinboden. Die Diele diente als Wirtschafts- und Arbeitsraum des Hauses. Durch das große Tor wurde die Erne eingebracht und auf dem direkt darüberliegenden Dachboden eingelagert, hier wurde das Korn gedroschen, gefeiert und hier bahrte man auch die Toten auf. Der Diele angeschlossen finden sich auf zwei Stockwerden die Wohn- und Wirtschaftsräume, in denen die Eigentümer heute leben.

Seltenes Dach und große Probleme

Besonders der Dachstuhl stellt ein Meisterwerk dar – der sogenannte Lippische Hochsäulendachstuhl entstand vor 1650 und zeugt von der Kunstfertigkeit des ausführenden Zimmermanns. Auch die Dacheindeckung ist unbedingt erhaltenswert: Zur Deckung nutzte man den sogenannten Sollingstein, einen Buntstandstein meist rötlicher Färbung, der nur wenige Kilometer entfernt abgebaut wurde. Heute finden sich Deckungen dieser Art nur noch selten an Gebäuden, umso mehr Bedeutung kommt dem Alten Pfarrhof zu. Doch an vielen Stellen ist die Dachdeckung abgegangen, Löcher klaffen über das gesamte Dach verteilt. Wenn es regnet, fangen unzählige Eimer und Wannen das Wasser auf, die die Eigentümer auf dem Dachboden verteilt haben. Nur dieser Einsatz hat bisher verhindern können, das Balken und Diele nicht dauerhaft feucht und völlig verfault sind. Eine Neueindeckung wird kompliziert, Ziegel aus Sollingstein werden schon lange nicht mehr produziert, mit Glück lassen sich andernorts solche „Ersatzteile“ zukaufen.

Als wäre dieser Schaden nicht genug, hat der Zahn der Zeit auch die mit Backsteinen ausgemauerten Gefache angegriffen. An vielen Stellen müssen die Ziegel erneuert werden. Auch der prachtvolle Torgiebel mit seinen Dekorationen und Medaillons benötigt dringend Hilfe - seine Standsicherheit ist nicht mehr gewährleistet, die Konstruktion droht einzustürzen. Ihre Hilfe ist dringend erforderlich! Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, damit dieses westfälische Kleinod eine Zukunft hat.

Ortsbildprägendes, backsteinsichtiges Fachwerkhaus, erbaut 1650. Förderung 2018.

Adresse:
Löwendorf
37696 Marienmünster
Nordrhein-Westfalen